Donnerstag, 18. Juli 2013

Und dann?

Nachdem wir von unserem Urlaub zurückgekehrt sind, ist eigentlich nicht mehr viel passiert. Anfang Juni habe ich mich für ein Studium an der Uni Mainz eingeschrieben. Linguistik und British Studies. Danach war ich noch mit Wohnungssuche und so beschäftigt.
Die Regenzeit hat wieder angefangen und damit auch die „farming season“. Jeder freie Fleck Erde im Dorf wurde umgegraben und Mais oder anderes gepflanzt. Bei den Extra Classes kamen immer weniger Kinder, weil sie auf den Feldern helfen müssen. Dadas Schafe laufen normalerweise den ganzen Tag lang im Dorf herum und fressen alles, was sie so finden. Aber jetzt muss Nanteeb sie immer extra raus auf eine Weide treiben, damit sie nicht die Pflanzen auf den Feldern anknabbern. Das heißt, dass er überhaupt keine Zeit mehr für die Extra Classes hat.
Das Schuljahr hier ist in drei Terms eingeteilt. Nach jedem Term gibt es Prüfungen und danach sind Ferien. Da im Mai die Schule wieder angefangen hat, sind wir zu den Schulen gegangen, um die Ergebnisse der letzten Prüfungen von den Kindern abzuholen. Aber die Schulen hatten die Ergebnisse noch nicht fertig, weil die Vorlagen zum Korrigieren nicht angekommen sind (die kriegen sie immer von einer Behörde, die für ganz Ghana zuständig ist). Wir sind ein paar Male noch hingegangen, aber die Ergebnisse konnten wir bis jetzt noch nicht vollständig kriegen.
Einmal kamen Leute vorbei, die das ganze Haus mit Insektenbekämpfungsmittel eingesprüht haben. Dafür mussten wir alles aus den Zimmern rausräumen. Die Gelegenheit haben wir gleich für eine große Saubermachaktion genutzt und dabei unser Zimmer noch ein bisschen umgestellt...
Wir haben den Lehrern ein paar Schulbücher zur Unterrichtsvorbereitung gekauft und für die Kinder neue Schuhe. Kurz danach verschwand das restliche Geld, das wir von FLM bekommen haben. Wir haben das ganze Haus abgesucht, aber es ist nicht aufgetaucht! :( Zum Glück ist das erst passiert, nachdem wir die Schuhe usw. gekauft haben!
Anfang Juli kamen Gesa und ihr Freund Tim, der gerade zu Besuch war, nach Bunkpurugu. Gesa hat das Haus schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen und sie meinte, dass wir es schön heimelig gemacht haben. :) Es war nett, mit den beiden zu quatschen.
Eine unserer Lehrerinnen, Lamisi, hat uns zu sich nach Hause eingeladen, damit sie uns bekochen kann.^^ Wir haben ihr zugesehen und geholfen beim Banku kochen, ein typisches ghanaisches Gericht. Das ist ein Klops aus Mais- und Cassava(Maniok)-Mehl, der ein bisschen säuerlich schmeckt. Am Anfang hat mir Banku überhaupt nicht geschmeckt, aber inzwischen mag ich es total gerne! :) Dazu gab es eine Erdnusssauce und Hähnchenfleisch. War sehr lecker und wir haben nebenbei noch ghanaisch kochen gelernt! ;)
Und schon ist die letzte Woche in Bunkpurugu angebrochen! Die Zeit verging so rasent schnell! Jetzt heißt es, Abschied nehmen und Koffer packen! Wir werden Ende Juli voraussichtlich nach Jirapa fahren und von dort aus den August über noch ein bisschen das Land sehen.
Und am 26. geht es auch schon wieder zurück nach Deutschland! :)
Ich freu mich.

Eure Lisa

Samstag, 13. Juli 2013

Urlaub

Hier kommt mein langer Bericht über unseren Urlaub im April bzw. Mai:
Am 18. April ging es los. Die erste Station unserer Reise war Wenchi, wo wir uns mit den anderen Freiwilligen getroffen haben.
Janina und ich sind direkt hingefahren, ohne in Tamale haltzumachen, aber wir kamen trotzdem noch an, bevor es dunkel wurde. Hanna und Jonathan aus Jirapa waren schon da. Die Nacht haben wir in Wenchi verbracht und sind am nächsten Tag über Kumasi in den Süden gefahren. 
Ab in den Uuurlaub!
Allein die Strecke von Kumasi bis nach Cape Coast hat schon 12 Stunden gedauert, also kann man sich denken, wie fertig wir waren, als wir endlich in Busua ankamen! Das ist ein Dorf an der Küste, wo Hanna, Jonathan und Daniel bleiben wollten, weil man dort surfen kann. Da das nicht ganz in Janinas und meinem Interessengebiet lag – wir wollten den Urlaub lieber mit Entspannen am Strand verbringen – trennten sich hier unsere Wege. Allerdings war es schon spät in der Nacht als wir ankamen und kein Taxi wollte uns über die kaputte staubige Straße durch den Busch zur Green Turtle Lodge fahren, wo wir eine Hütte gebucht hatten. So haben wir erstmaldie erste Nacht in Busua geschlafen. Nachdem wir unsere Koffer in das Zimmer der Lodge gebracht hatten sind wir natürlich als allererstes zum Strand gelaufen. Wir haben noch zwei Mädels aus der Schweiz getroffen, mit denen wir Deutsch sprechen konnten, das war cool.^^
Es war natürlich schon dunkel, aber es war trotzdem schön, am Strand zu stehen, die Füße in den Sand zu graben und das Meerwasser um die Beine spülen zu lassen. Die Jungs sind gleich reingesprungen, aber das haben wir anderen uns gespart. ;)
Am nächsten Morgen haben wir im Restaurant der Lodge Schoko-Pancakes gegessen, hier gibt es nämlich einen „Pancake-Man“. Das war echt lecker! Danach sind Janina und ich auch gleich los zur Green Turtle Lodge, die ein paar Kilometer weiter den Strand runter liegt. Der Taxifahrer hat uns ein Liedchen geträllert und dann waren wir auch schon da – am Traumstrand!
Unsere Hütte
Die Lodge wurde von einem britischen Ehepaar aufgebaut, die die Ziele des Ökotourismus verfolgen. Das heißt, dass die Materialien, aus denen die traditionellen Rundhütten gebaut sind, aus nachhaltigen Rohstoffen gewonnen sind, die gesamte Lodge mit

Solarstrom betrieben wird, es selbstkompostierbare Toiletten gibt und regional Jobs geschaffen werden, indem alle Mitarbeiter aus der näheren Umgebung kommen.
Der Blick aus unserer Hütte
Janina und ich haben uns eine Rundhütte geteilt, die quasi direkt auf dem Strand steht und vorne noch eine Veranda hat. Ein paar Schritte aus der Tür heraus und man stand im Wasser – das war wirklich traumhaft!
Das Essen im Restaurant war auch super und wir haben uns jeden Tag den Bauch vollgeschlagen! :)
Außer mit Essen haben wir die Tage eigentlich nur damit verbracht, am Strand zu liegen, zu lesen, Spaziergänge am kilometerweiten, menschenleeren Strand entlang zu machen und im Meer zu schwimmen. Die Wellen waren so hoch, dass man immer total durcheinander gewirbelt wurde, wenn man zu weit ins Wasser gegangen ist. Das hat total Spaß gemacht!^^
facing the giants


Wir haben ein paar Leute an der Lodge getroffen, mit denen wir uns unterhalten haben, darunter auch ein Deutscher, eine Gruppe kanadischer Krankenschwestern, zwei englische Freiwillige, ein amerikanischer Weltenbummler... usw. Das war vielleicht ein zusammengewürfelter Haufen!
An einem Morgen habe ich mich auf die Veranda vor der Hütte gesetzt und dem Meer zugeschaut. Da kam ein kleiner Junge an und hat mir guten Morgen gewünscht. Er hatte eine Machete dabei und ist damit auf die Kokospalmen geklettert. Dann hat er die Kokosnüsse abgeschlagen, die mit einem dumpfen Bums im Sand landeten. Er hat mir eine gebracht und für mich aufgeschlagen. Dann konnte ich den Saft trinken und das Fleisch rauslöffeln. So direkt vom Baum habe ich noch nie eine Kokosnuss gegessen! Janina hat auch eine gekriegt, als sie rauskam. Später kam er zu uns und wollte 10 Cedi pro Kokosnuss haben! Wucher! Wir konnten ihn nicht abwimmeln und nach ein bisschen Runterhandeln haben wir ihm schließlich 10 Cedi für beide gegeben. Der Amerikaner meinte später, wir hätten ihm gar nichts geben sollen, die Kokosnüsse sind eigentlich umsonst. Na toll! Haben wir uns mal wieder über's Ohr hauen lassen! :/
Mein Schlafgemach für eine Nacht
Am Strand waren zwischen den Palmen überall Hängematten aufgehängt. Ich wollte mal eine Nacht drin schlafen und hab mich mit meinem Zeug abends dort mehr oder weniger gemütlich gemacht. Das ganze klingt aufregender als es ist. Einer der Hunde, die hier immer rumlaufen kam an und hat sich glaube ich gewundert, was ich da mache...^^ Schlafen konnte ich aber nicht wirklich. Hab keine bequeme Position gefunden und leider auch vergessen, mich mit Insektenspray einzusprühen! Ich bin noch nie so zerstochen worden! Also alles in allem keine wirklich angenehme Nacht!^^ Aber das wollte ich einfach mal gemacht haben...
ein anderes Kanu
An den letzten zwei Tagen haben Janina und ich zwei Ausflüge gemacht, die man von der Green Turtle Lodge aus machen konnte. Einmal haben wir eine kleine Kanutour über einen nahegelegenen Fluss gemacht. Das war sehr schön und wir konnten viele Tiere

Eisvogel
auf dem Fluss
Wer findet den Salamander?

sehen. Der Eisvogel war der schönste von allen! :) Am Tag darauf sind wir zu einem Leuchtturm am „Cape Three Points“ gewandert. Das Kap heißt so, weil dort drei Landzungen wie Arme ins Meer reinragen. Auf der Spitze des längsten davon steht der Leuchtturm und das ist der südlichste Punkt Ghanas. Vom Leuchtturm aus hatte man eine super Aussicht! Das Meer bedeckt fast das ganze Blickfeld, nur wenn man hinter sich geschaut hat, sah man die Landzunge, auf der wir standen. Manchmal kann man von dort aus Wale und Delfine sehen, weil die Landzunge so weit ins Meer reinragt, aber leider kommt das zu dieser Jahreszeit selten vor und wir konnten keine entdeckten... Der Rückweg war sehr anstrengend, weil die Sonne schon im Zenit stand und wir noch ziemlich kaputt waren vom Hinweg. Aber es fuhr kein Trotro zurück, also mussten wir die drei Stunden halt noch zurück laufen. Unser Führer ist ganz locker mit seinen Schlappen vorangelatscht und wir konnten nur hinterherhecheln.
Der wunderschöne Ausblick vom Leuchtturm
Mit dicken Füßen und leerem Magen kamen wir dann endlich nach ein paar Stunden in der Lodge an. Mann, was war ich fertig! :D Aber dann konnten wir schön unsere Beine hochlegen und uns was leckeres zu Essen bestellen.

Am nächsten Tag ging die Reise auch schon weiter. Da wir kein Netz hatten, konnten wir die anderen in Busua nicht erreichen, also sind wir einfach auf eigene Faust nach Takoradi gefahren und haben von dort aus die anderen angerufen. Sie wollten gerne noch einen Tag lang surfen, also haben wir ausgemacht, dass wir erstmal weiter nach Accra fahren und uns am nächsten Tag dort mit Daniel treffen. Die anderen sind nämlich direkt wieder zurück gefahren.
In Accra sind wir einfach dem Reiseführer gefolgt und sind in eine billige Unterkunft in der Nähe vom cultural market gegangen. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um das absolute Kifferloch handelte! :D Überall liefen Rastamänner rum und jeder hatte einen Joint in der Hand – wurde einem natürlich auch immer freundlicherweise angeboten.^^ Der Besitzer war sehr freundlich und hat uns das Zimmer zu einem billigeren Preis angeboten. Er hat wohl in Deutschland studiert und konnte deshalb Deutsch sprechen. Aber eigentlich war er Engländer.
Am nächsten Tag sind wir zum großen Souveniermarkt gleich um die Ecke gegangen und haben ein bisschen eingekauft. Einige der Verkäufer haben gesagt, dass man an unserem Auftreten erkennt, dass wir schon länger hier in Ghana leben. ;) Dann haben wir uns noch den Triumphbogen angeschaut und dort Janinas Freund Joe getroffen. Mit ihm sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen.
Ich am Triumphbogen "Black Star" in Accra
Dann sind wir zurück zum Hotel und ich ich bin mit meinem Gepäck zur Metro Mass Station gefahren, wo ich Daniel getroffen habe. Janina wollte noch eine Nacht in Accra bleiben, aber wir sind schonmal weiter nach Ho gefahren. Die Fahrt hat ziemlich lange gedauert und wir kamen mal wieder erst im Dunkeln an, aber dank der ghanaischen Hilfsbereitschaft haben wir noch ein Hotel gefunden.
Im Imbiss nebenan gab es auch richtig leckeres Essen!
Am nächsten Morgen kam Janina an und wir haben zusammen ein bisschen die Stadt erkundet. Ho ist eine schöne Stadt und für ghanaische Verhältnisse sehr ordentlich. Sie liegt in der Volta-Region in einer waldigen Berglandschaft. Wir sind auf einen der Berge gewandert und haben eine super Aussicht genossen!
Am nächsten Tag hatten wir geplant, auf einen Berg in der Nähe zu wandern, der im Reiseführer stand.
die Landschaft um Ho
Wir steigen also ins Trotro und fragen den Fahrer, ob er uns dorthin bringen kann. Wir sagten ihm den Namen des Berges – ja, kein Problem, er kennt sich ja aus. Nach mehreren Stunden Fahrt haben wir uns langsam gefragt, wo wir überhaupt hinfahren. Wir sind schon fast bis nach Akosombo gefahren. Die Stadt liegt ziemlich weit von Ho entfernt und auf jeden Fall weiter weg als dieser Berg! Also sind wir im nächsten Dorf ausgestiegen und mit dem nächsten Trotro zurück nach Ho gefahren. Also ein sehr erfolgloser Ausflug! :D Aber dafür konnten wir die wirklich wunderschöne Landschaft auf unserem Weg anschauen und haben einen kleinen Roadtrip gemacht. ^^
Dann hieß es auch schon wieder Ho verlassen. Wir wollten nochmal ans Meer und sind diesmal an die östliche Küste Ghanas gefahren. Dort liegen auf einem Landstreifen, der das Meer von einem See trennt, mehrere kleine Dörfchen. In einem davon wollten wir uns „niederlassen“. Als wir ankamen, stellten wir fest, dass das Dorf wirklich in der Pampa lag. Wir konnten nichtmal was zu Essen auftreiben. Zum Meer musste man auch ein Stückchen laufen und der Strand dort sah auch nicht grade prickelnd aus. Also haben wir uns kurzfristig entschlossen, nach Keta zu fahren, eine etwas größere Stadt in der Nähe. Dort haben wir ein Hotel gefunden, das sogar einen eigenen Pool hatte (!) und trotzdem nicht teuer war. Wir waren fast die einzigen Gäste da, ansonsten war da noch eine deutsche Familie – eine Freiwillige, die gerade mit ihren Eltern Urlaub gemacht hat... Die waren sehr nett und konnten uns viele gute Tipps für die Reise geben. Wir waren oft im Pool schwimmen oder sind zum Strand gegangen. Dort gab es total viele schöne Muscheln, aber ins Wasser sind wir nicht gegangen (außer Daniel einmal), das sah nämlich nicht so sauber aus und die Wellen waren sehr hoch hier. Dafür konnten wir Fischer beobachten, wie sie mit ihren bunten Booten gegen die Wellen ankämpften, um raus aufs Meer zu fahren.
Die Fischer fahren raus aufs Meer

Zu der Zeit lief gerade die Champion's League. Die Ghanaer lieben europäischen Fußball und so konnten wir uns das Rückspiel des Halbfinales Dortmund gegen Chelsea beim Public Viewing anschauen. Das fand in irgendeinem Hinterhof einer Bar statt. Dort musste man 1 Cedi Eintritt zahlen und konnte sich dann zwischen die schwitzende und grölende Masse auf ein paar Holzbänke quetschen. Zwei Fernseher gab es. Der Großteil der schwitzenden und grölenden Masse war für Chelsea, soweit ich das erkennen konnte. Das heißt, nach dem Spiel war nicht so super Stimmung (Dortmund ist weitergekommen), aber wir waren natürlich für Dortmund.
Einmal wollten wir zu einer Kathedrale fahren, die laut Reiseführer in der Nähe liegen sollte, aber die kannte niemand... Auf dem Markt waren wir auch einmal und haben ein paar Mitbringsel gekauft. Da haben wir die deutsche Familie getroffen. Mit denen konnten wir uns oft gut unterhalten. Sie haben uns den Tipp gegeben, nach Koforidua zu fahren und dort die Akaa Wasserfälle anzusehen.
Das haben wir auch gleich gemacht, nachdem wir Keta verlassen haben.
Ich bin im Paradies! :)
In Koforidua sind wir in ein Restaurant gegangen, dass die deutsche Familie uns empfohlen hatte. Das war richtig nobel und es gab das beste Essen, das ich bisher in Ghana erlebt habe! Die Pizza dort schmeckte besser als so manche deutsche Pizza. Mmmmh! Am nächsten Tag sind wir deshalb gleich nochmal hingegangen. :)
Zu den Wasserfällen sind nur Daniel und ich gewandert, weil es Janina nicht gut ging und sie im Hotel geblieben ist. Zuerst sind wir zu den Akaa Falls gegangen. Die lagen tief in einem Wald. Es war so wunderschön dort und zum Glück war niemand sonst da! Auf den Felsen konnte man gut rumklettern. Ich hab leider vergessen, Badesachen mitzunehmen, sonst wäre ich noch schwimmen gegangen.

Danach sind wir ein Stück weiter zu den Boti Falls gelaufen. Das ist schon ein bisschen „touristisch erschlossener“. Wir haben uns am Eingang einen Guide gemietet, der uns zuerst die anderen Attraktionen gezeigt hat.
Der "Umbrella-Stone"

Die Boti Falls - links der weibliche, rechts der männliche Wasserfall
Die dreistämmige Palme
Da gab es einen großen Felsen, der „Umbrella-Stone“ genannt wird, weil er oben viel breiter ist als unten und eine Palme, die sich in drei Stämme teilt. Für alles musste man nochmal extra bezahlen, das war ein bisschen nervig, aber was sollten wir machen. Trotzdem war es sehr schön da. Die Wanderung war allerdings ziemlich anstrengend. Es war total heiß und wir mussten ziemlich steile Wege hochlaufen/-klettern. Das hat sich aber echt bezahlt gemacht!! :) Bei den Wasserfällen waren zum Glück auch keine anderen Touristen. Es gibt zwei Wasserfälle. Einen männlichen und einen weiblichen.^^ Daniel und der Guide (!) sind in dem kleinen See unter den Boti Falls schwimmen gegangen, aber ich hatte ja leider nichts dabei. Dafür habe ich das Fotografieren übernommen, damit wir im Hotel Janina alles zeigen konnten.

Zum nächsten Stop unserer Reise ging es nach Akosombo. Als wir dort ankamen, haben wir uns wieder vom Reiseführer leiten lassen und uns eine billige Unterkunft gesucht (nachdem der Taxifahrer uns erstmal zu einem sehr schönen, aber irre teuren Hotel gebracht hat!). Akosombo liegt direkt am Volta-Stausee und an dessen berühmten Staudamm. Am nächsten Tag wollten wir mit der Fähre den Voltasee hochfahren, die hier in Akosombo startet.
unsere Fähre
Wir haben uns erstmal den Staudamm angesehen und sind schonmal zum Hafen gefahren, wo uns aber gesagt wurde, dass die Fähre erst am nächsten Tag losfährt.
Am Abend haben wir in dem Restaurant eines Hotels gegessen. Da saß man direkt am Wasser und man hat die Frösche quaken gehört. :) Das war echt schön dort und nach dem Essen haben wir noch an der Bar zwei weiße Männer aus Simbabwe getroffen, mit denen wir gequatscht haben und die uns ein paar Drinks ausgegeben haben.
Am Morgen unserer Weiterreise sind wir mit dem Taxi zum Hafen gefahren. Dort stand schon die Fähre und wurde beladen. Wir konnten aber noch nicht zum Steg, sondern mussten mit den anderen Passagieren vor einem Tor warten. Dort konnte man auch die Tickets kaufen. Leider war die erste Klasse schon gebucht (davon gibt es nur eine Kabine), das hieß – kein Bett für uns.
Die paar Stunden Wartezeit haben wir uns mit Filmgucken auf meinem Laptop, Essen und Dösen vertrieben. Janina und ich sind zwischendurch ein Stück weiter ans Wasser gegangen, aber es dauerte trotzdem laaange, bis wir endlich auf die Fähre konnten.
Es war sehr eng und stickig und wir haben Löcher in unser Gepäck gekriegt, weil aus den Ablageflächen Nägel rausragten. Zum Glück konnte man aufs Deck gehen, wo es frische Luft gab und sonst keiner war, weil es ein bisschen geregnet hatte.
Die Fahrt dauert ca. 31 Stunden und die Fähre hält an fünf Stationen. Der Ausblick auf den See war schon sehr schön, vor allem bei Sonnenuntergang!
auf dem Volta-Stausee
Zum Schlafen haben wir uns irgendwie auf den Holzbänken ausgestreckt, aber so wirklich bequem war das nicht...
Gegen Abend des nächsten Tages kamen wir an der Endstation Yeji an. Dort sind wir noch eine Nacht geblieben. Am nächsten Tag ist Daniel Richtung Westen zurück nach Wenchi weitergereist und wir Richtung Norden nach Tamale. Zuerst mussten wir noch zum gegenüberliegenden Ufer des Stausees fahren und dort sind wir in einen Metro Mass Bus nach Tamale gestiegen. Das war vielleicht ein chaotischer Bus! Ein paar Leute hatten Tickets für Sitzplätze, die entweder durch Gepäck zugestellt waren oder schlichtweg gar nicht existierten! :D Zum Glück hatten wir Sitzplätze, auf denen man auch sitzen konnte.
So stellt man sich hier für Tickets an! ;)
In Tamale sind wir in ein Hotel in der Nähe der Innenstadt gegangen. Bei Duston wollten wir diesmal nicht übernachten, weil seine Wohnung so weit außerhalb liegt und wir noch einkaufen gehen wollten.
Wir sind zum Souveniermarkt gegangen (der in Tamale ziemlich versteckt liegt, aber wir kannten den schon) und haben Geld abgehoben. Da mein Koffer komplett kaputt gegangen ist während dem Urlaub, habe ich mir einen neuen riesigen Koffer gekauft, in den der alte reinpasste. Am Abend sind wir noch in ein Restaurant gegangen, das aber total schlecht und viel zu überteuert war! Zudem wurden wir noch von zwei Typen belabert, die uns einfach nicht in Ruhe lassen wollten und uns bis zum Hotel „begleitet“ haben. „Nachgelaufen“ wäre vielleicht die passendere Bezeichnung. Tja, sobald man keine männliche Begleitung hat, wird man nicht mehr in Ruhe gelassen. :/
Als wir am nächsten Tag an der station auf unseren Bus gewartet haben (der 5 ½ Stunden zu spät kam), habe ich mir einen Ring gekauft. Zur Abschreckung. :P Hat auch gleich Wirkung gezeigt. Vor Nakpanduri sind wir (wie immer in letzter Zeit) angehalten und nach Waffen durchsucht worden. Dort in der Gegend gibt es immer wieder mal Unruhen und so soll verhindert werden, dass Waffen in das Gebiet geschmuggelt werden. Einer der Soldaten wollte meine Nummer, aber ich hab gesagt, dass ich nicht weiß, ob mein Ehemann damit einverstanden ist. Da war das Interesse sofort verschwunden! :D
Ziemlich spät in der Nacht kamen wir in Bunkpurugu an. Und das war das Ende unseres sehr schönen Urlaubs.

Eure Lisa



Unsere Tour durch Ghana!

Samstag, 29. Juni 2013

Was war los im APRIL?

Wir haben endlich mal eine Schneiderin beauftragt, Schuluniformen für unsere Kinder zu machen. Was wir nicht wussten, war, dass Schneiderinnen nur für Mädchen schneidern und wir für die Jungs extra noch einen männlichen Schneider beauftragen mussten. Jedenfalls kam diese Schneiderin einmal zu den Extra Classes, um die Maße von den Kindern zu nehmen. Sie hatte aber kein Maßband dabei (warum auch immer) und so musste Sadat für uns nochmal loslaufen, um ein Maßband irgendwo aufzutreiben.
An einem anderen Tag sind wir dann mit der Schneiderin zusammen auf den Markt gegangen, um Stoffe zu kaufen. Man muss nämlich genau aufpassen, dass man die richtige Farbe kauft!
Ein Tag vor Janinas Geburtstag sind wir zu Fati (einer Freundin) gegangen, die uns geholfen hat, kleine Kuchen zu backen. Sie war ganz verwundert, dass wir in Deutschland auch backen! :P Fati hatte einen tragbaren Ofen (also einfach ein Blechkasten), den man auf eine Feuerstelle stellen musste. Die Kuchen waren am Ende ein bisschen matschig und teilweise angebrannt, aber es ging schon. ;)
An Janinas Geburtstag bin ich extra um 7 aufgestanden, um den Frühstückstisch schön herzurichten, mit einer Kerze (19 konnte ich auf die Schnelle nicht besorgen) und dem Kuchen. In den einen Kuchen habe ich zwei Streichhölzer gesteckt und so geknickt, dass es wie eine 19 aussehen sollte – hat nicht ganz geklappt, aber egal.^^ Ich habe noch den Geburtstagsbrief von Janinas Familie hingelegt und ein paar kleine Geschenkchen von mir. Dann habe ich Janina „Happy birthday“ gesungen (ganz allein).
Ich musste sie natürlich an diesem Tag mindestens 3 Mal nassspritzen! ;) Hatte aber auch reichlich Hilfe von Linanturin, Sadat usw. :D
Wir hatten im April das erste Mal ein Treffen mit den Frauen von der Seifengruppe, bei dem sie Seife hergestellt haben. Sie haben sich zwei Plastiktüten über die Hände gestülpt und darüber noch Socken gezogen. Das sah lustig aus.^^ Aber die vielen Schichten sind wohl nötig, weil das Caustic in der Seifenlauge die Haut sonst angreift. Aus einem großen Topf mit dem gekochten Öl nimmt man zwei Container voll und schüttet es in eine Schüssel. Dann nimmt man zwei Becher vom Caustic und schüttet es dazu. Das ganze wird verrührt und dann auf einen Tisch gepackt. Die Frauen haben sich dann davon immer eine Handvoll genommen und daraus Bälle geformt, die dann nur noch trocknen mussten.
Wir saßen die ganze Zeit rum und haben zugesehen. Einige der Frauen hatten auch ihre Kinder mit.
Am Ende haben wir alle Bälle gezählt und sie auf die sechs Frauen zum Verkaufen verteilt. Sie wollten die für jeweils 50 Gp verkaufen, aber Janina und ich haben ausgerechnet, dass wir damit nicht genug Geld reinkriegen, um genug neues Öl und Caustic zu kaufen. Und einen Profit gibt es sowieso nicht. Hab vergeblich versucht, es denen klar zu machen, dass sie die Seife teurer verkaufen müssen, aber überall im Dorf kostet die Seife nur 50 Gp, deswegen würden sie die nicht loswerden. Die Frau vom Pastor wollte nicht verstehen, was ich meinte und sagte, dass jeder Anfang schwer ist, aber dass nach einer Weile ein Profit reinkommen wird (das ist, wenn man logisch denkt, völlig unmöglich). Aber gut, ich hatte nach einer Weile keine Lust mehr zu diskutieren und hab gesagt, sie sollen es so probieren und sie werden dann ja sehen, was ich meinte, wenn kein Geld mehr da ist... Wir haben noch ausgemacht, dass die Frauen die Einnahmen der Frau vom Pastor gibt und sie uns dann Bescheid sagt, wenn alles Geld da ist.
Ich habe mir ein neues Handy geholt, mit dem ich auch sehr leicht ins Internet kann. Also muss ich nicht mehr für jede Kleinigkeit den Internetstick benutzen! :)
An einem Sonntag sind wir zur Pentecost-church gegangen, dem Pastor von der Gemeinde haben wir nämlich mal versprochen, seinen Gottesdienst zu besuchen. Es war dort total laut, so dass es richtig in den Ohren weh tat! Wir wurden natürlich nochmal extra begrüßt und wir sollten singen und tanzen. Als wären wir ein Unterhaltungsprogramm! Haben uns natürlich vehement dagegen gewehrt! :D
Wir haben mal an einem Abend ausprobiert, draußen auf einer Matte zu schlafen, so wie es die Familie immer in der Trockenzeit gemacht hat. Aber ich konnte überhaupt nicht einschlafen! Als es anfing zu regnen, sind wir reingegangen, aber da konnte ich auch nicht wirklich einschlafen, besonders als der Regen richtig heftig anfing. Alles in allem eine sehr unruhige Nacht. :/
Mitte April sind wir in den Urlaub gefahren, weil die Kinder Ferien hatten.
Am letzten Tag vor den Ferien sind wir nach dem Meeting sind wir noch schnell zum Health Insurance Office gegangen um eine Versicherungskarte zu erneuern. Dort haben wir die zwei Mitarbeiter auf Moar begrüßt und die haben sich kaputtgelacht! :D Haben gar nicht erwartet, dass wir Moar können... Ich hab gesagt, dass wir sogar Bimoba-Namen haben, dass fanden sie ziemlich cool.^^
Der eine meinte: „Ihr seid jetzt schon so seit einem Monat hier, oder?“ Da haben wir ihm erstmal erklärt, dass wir schon beinahe 8 Monate hier waren! :D
Danach ging es zu Fati. Mit ihr sind wir noch zu einer Schneiderin gefahren, die auf dem Weg zu uns liegt. Dort haben wir uns auf eine Bank gesetzt und Fati hat uns das Baby von der Schneiderin gegeben, der heißt Sebastian. Als er bei Janina auf dem Schoß saß, hat er sie erstmal angeschissen! Sie hat ihn natürlich sofort auf den Boden gestellt und dann hat er noch dahingepinkelt!^^ Gut, dass es sowas wie Windeln gibt! :D
Danach sind wir nach Hause und haben erfahren, dass Dan während unserer Abwesenheit in unsere Zimmer gegangen ist und Milo gegessen hat und Bonbons! Später haben wir noch entdeckt, dass er Janinas Laptopmonitor mit Edding angemalt hat! Der ging auch nicht mehr weg! :( Dada meinte, wir sollten Dan dafür schlagen, aber das kann ich nicht. Eine bessere Strafe wäre es gewesen, wenn er nichts zu Essen vor dem Zubettgehen kriegen würde, aber da haben wir ja nicht mitzureden... Naja, wir waren natürlich ziemlich sauer, aber seitdem schließen wir immer das Haus ab, wenn wir gehen. Wir haben extra ein Schloss gekauft und Dada einen Ersatzschlüssel gegeben, bevor wir in den Urlaub gefahren sind.
Über den Urlaub schreibe ich auch nochmal extra ein oder zwei Blogeinträge, da haben wir nämlich so viel erlebt!!! :)

Eure Lisa
wunderschöner Geburtstagsfrühstückstisch! ^^

Fati & ich

Seifenworkshop #1

Seifenworkshop #2

Seifenworkshop #3

Donnerstag, 27. Juni 2013

Togo

01. April/Ostermontag
Black Story des Tages:
Es herrscht tiefste Dunkelheit unter Afrikas Sternenhimmel. Zwei deutsche Mädchen sitzen allein auf einem stehenden Motorrad auf einer verlassenen Straße in Togo und warten mit zwei Ananas und einem Bettlaken in der Tasche und nur dürftigen bis nicht vorhandenen Französischkenntnissen.
Was ist geschehen?
Tip Nr. 1: Keines der Mädchen ist in der Lage, dieses Motorrad zu fahren.
Tip Nr. 2: Das Motorrad, auf dem sie sitzen, hat keine Panne.
Tip Nr. 3: Es gibt ein Happy End.

Aber fangen wir von vorne an:
Der Tag begann damit, dass Sadat, ein Freund aus dem Dorf, uns hereingelegt hat. Ich war schon wach, weil ich Wäsche waschen wollte, aber Janina war noch am schlafen. Sadat hat durchs Fenster reingeguckt und meinte, dass Dada uns sprechen will. Davon ist Janina auch aufgewacht und wir haben schnell was angezogen und sind dann zu Dada gegangen. Er hat uns nur groß angeschaut und als wir gesagt haben, dass Sadat gesagt hat, er wollte uns sprechen, meinte er nur: „Wisst ihr, es ist der 1. April!“ Omann, das wir darauf reingefallen sind! :D
Nachdem wir uns fertig gemacht haben, haben wir auf Eric (noch ein Freund aus dem Dorf) und Sadat gewartet, weil wir heute nach Togo fahren wollten. Dan war die ganze Zeit in unserem Zimmer und hat sich alles angeschaut. Man musste echt aufpassen, dass er nicht alles in den Mund nimmt oder runterschmeißt... Janina wollte ihm „Shaun das Schaf“ zeigen, aber daran war er nicht wirklich interessiert.^^
Wir haben uns nach draußen unter den Baum gesetzt. Dan hat uns ganz viele Blumen gebracht von einem Baum. Die waren schön, aber es waren ein bisschen viele! :D Janina hat mir eine ins Haar gesteckt.
Gegen 11 sind wir mit Eric und Sadat losgefahren nach Togo. Janina saß auf Erics Moto und ich auf Sadats. Zuerst sind wir zum Immigration Office und haben denen erklärt, was wir in Togo wollen. Das war alles kein Problem, die haben uns ohne irgendwelchem Bürozeugs weitergeschickt. An der Grenze mussten wir ein paar Stationen abklappern, wo man nochmal erklären musste, was wir in Togo wollen und so. Aber die haben uns alle ohne Probleme durchgelassen, wir mussten nur mal den Reisepass zeigen.
In Togo sah es natürlich genauso aus wie in Ghana, aber Janina meinte, dass es ein bisschen grüner aussah. Die Landschaft war sehr schön und ich hätte am liebsten ein paar Fotos gemacht, aber das ging ja nicht während der Fahrt.
Zuerst sind wir durch ein paar Dörfer mit schrottigen Straßen gefahren(alles genau wie bei uns, nur dass manche Schilder auf Französisch waren) und dann kamen wir auf eine große geteerte Straße, die allerdings auch an vielen Stellen kaputt war. Immer wenn ein Laster vorbeigefahren ist wurden wir in eine riesige Staubwolke gehüllt und manchmal tat es richtig weh, wenn die ganzen Kieselsteine gegen unsere Beine geschleudert wurden.
Wir sind in eine größere Stadt gekommen namens Dapaong. Dort sind wir zuerst zum Haus von Erics Bruder gefahren, um uns zu waschen, wir waren nämlich über und über mit Staub bedeckt! Da war der kleine Sohn von Erics Bruder, der war total süß, noch jünger als Dan. Und sein Name war Richard. Ich habe ihm die Blume aus meinem Haar geschenkt, die war allerdings schon ziemlich zerknittert.
Danach sind wir in eine Bar in der Stadt gefahren und haben gegessen. Es gab richtiges Baguette und einen Erbsenteller, das war echt lecker und mal ne gute Ablenkung zu dem Essen in Bunkpurugu...
Aber damit war es noch nicht getan. Eric und Sadat wollten uns wohl mästen an diesem Tag, zumindest mussten wir noch viel mehr essen! Wir haben gegrilltes Fleisch gekauft und sind dann in einen Club gefahren, der Erics Bruder gehört. Dort haben wir uns in den Innenhof gesetzt und das Fleisch gegessen.
Danach sind wir auf einen Markt gefahren. Ich wollte mir ein einfaches einfarbiges Kopftuch kaufen, aber so eins gab es nirgends! Wir haben ewig gesucht. Schließlich habe ich ein Tuch gekauft, das an den Rändern goldene Perlen befestigt hatte, aber die habe ich Zuhause abgemacht, dann ging es. Ich habe mir noch ein Bettlaken gekauft, weil ich nur eins Zuhause hatte, das schon ziemlich verstaubt war... Und wir haben uns noch zwei Ananas gekauft. Die gab es hier überall, aber in Bunkpurugu haben wir noch keine gesehen. Komisch, weil es eigentlich dieselbe Gegend ist...
Nach dem Markt sind wir nochmal zurück in den Club gefahren, wo uns die Familie von Erics Bruder massenweise Couscous gebracht hat. Das war richtig lecker, aber total scharf! Wir haben trotzdem gegessen bis wir nicht mehr konnten (dazu fehlte nicht viel).
Danach haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Ich habe mir das Kopftuch umgebunden zum Schutz gegen den Staub.
Kurz nachdem wir aus der Stadt rausgefahren sind, hatte Sadats Moto (auf dem ich saß) einen Platten. Die anderen sind vor uns gefahren und haben nicht gesehen, dass wir stehengeblieben sind. Sadat hat erstmal ein Auto angehalten, das vorbeifuhr und den Fahrer gebeten, den anderen Bescheid zu sagen, wenn er sie überholt. Die kamen dann auch tatsächlich bald zurück, es hat also funktioniert! :P
Da es hier sowas wie ADAC nicht gibt, mussten wir uns überlegen, wie wir weiterkommen sollten. Zum Glück sind nicht nur die Ghanaer, sondern auch die Togoer hilfsbereite Menschen. Schon kam ein fremder Mann auf einem Moto an, bei dem ich bis zur nächsten „Werkstatt“ mitfahren konnte, während Sadat vorsichtig sein Moto hinter uns her lenkte.
Als wir an der „Werkstatt“ ankamen, wurde der Reifen geflickt während es allmählich dunkel wurde. Als ich die Straße Richtung Bunkpurugu entlangschaute, sah ich in der Ferne Rauch und das Leuchten von Feuer. Ich weiß nicht genau, was das war, ich schätze ein Buschbrand, aber als wir weiterfuhren war das Feuer nicht mehr da.
Im Dunkeln ging es endlich weiter. Aber nur eine kurze Weile, denn ziemlich bald war die Luft aus Sadats Reifen schon wieder raus! Scheinbar wurde der nicht richtig geflickt oder so. Jedenfalls standen wir schon wieder da mit demselben Dilemma wie vor ein paar Stunden. Diesmal haben wir uns zu dritt auf Erics Moto gesetzt (nicht das bequemste, aber es ging schon) und Sadat ist wieder hinterhergetuckert. Wir mussten mehrmals anhalten und auf ihn warten, weil er nicht so schnell fahren konnte. Als wir in eine Straße eingebogen sind, hat Eric angehalten und ist zur Kreuzung zurückgelaufen, um Sadat den Weg zu zeigen, wenn er kommt. Solange saßen Janina und ich auf dem Moto und warteten im Dunkel auf der verlassenen Straße auf Eric und Sadat.
Tja, und das ist die Auflösung des Rätsels (siehe Anfang). ;)
Danach haben wir zum Glück irgendwann noch eine kleine „Werkstatt“ gefunden, wo der Reifen repariert werden konnte. Wir mussten ziemlich lange warten und währenddessen lief die ganze Zeit Musik. Also habe ich mir von Sadat ein paar Tänze beibringen lassen und ein paar Kinder auf der Straße haben mitgetanzt. War ziemlich peinlich, aber ich war ja in Togo, wo mich keiner kennt. :D Und es hat Spaß gemacht. ^^
Nach einer halben Ewigkeit kamen wir endlich todmüde und fertig in Bunkpurugu an.
Aber es war trotzdem ein schöner, spaßiger Ausflug. :)

Eure Lisa
Vielen Dank für die Blumen!

Der Grenzübergang


Party auf Togos Straßen! :D

Freitag, 21. Juni 2013

Was war los im MÄRZ?

Als wir wieder in Bunkpurugu ankamen, fühlte ich mich schon richtig, als würde ich nach Hause kommen. So sehr habe ich mich schon an Bunkpurugu gewöhnt! :) Ein paar Kinder aus dem Dorf haben uns „Aunti!“ hinterhergerufen, da war ich sehr stolz. Ich hab nämlich im Laufe der Zeit versucht, den Kindern, die uns sonst immer „Father!“ hinterhergerufen haben (vollkommen falsch!) beizubringen, dass wir eigentlich „Aunties“ sind. Scheinbar meine Umgewöhnung langsam Wirkung gezeigt! :)
Für unsere Kinder haben wir aus Tamale ein neues Spiel mitgebracht, eine Dartscheibe mit Klett-Pfeilen. Das hat ihnen sehr viel Spaß gemacht.
Es hat angefangen, ein paar mal zu regnen, die Trockenzeit neigte sich langsam dem Ende zu. Das war natürlich sehr erfrischend, aber leider kamen damit auch die Viecher zurück. Ich habe mein Moskitonetz wieder aufgebaut, nachdem an einem Abend mein ganzes Bett voll war mit Viechern und die Wand daneben auch. Das war so eklig!
Janina und ich haben uns zwei Fahrräder gekauft, damit kommen wir schneller zum Markt oder zur Schule und wir können uns endlich selbst Wasser kaufen! :) Es war immer nervig, dass wir Duncen oder so fragen mussten, wenn wir neues Wasser brauchten, weil wir die schweren Wasserpaks nicht zu Fuß schleppen konnten...
Wir haben bei unseren „Hausbesuchen“ bemerkt, dass das Haus von zwei Mädchen aus unserer Gruppe total zusammengefallen ist und nur noch ein paar Wände stehen. Es gab glaube ich nur ein oder zwei vollständige Zimmer. Wir haben mit Dada geredet, ob wir nicht Zuhause Spenden sammeln könnten, um ihnen den Aufbau des Hauses zu finanzieren. Nachdem wir das noch mit Dada Ayembilla besprochen haben und uns seine Einverständniserklärung abgeholt haben, wollte unser Dada den Hausbesitzer zu uns bestellen, damit wir das mit ihr besprechen können. Das war erst nach ziemlich langer Zeit möglich und auch danach geriet dieses Vorhaben ins Stocken, weil wir immer noch (d.h. Mitte Juni) auf eine Liste der benötigten Dinge warten, die uns der Hausbesitzer geben wollte. Aber irgendwie geht nichts mehr voran, sobald man ein Projekt in die Hände von Ghanaern übergibt! So ist es leider, aber deswegen konnten wir den Mädchen und ihrer Familie noch nicht helfen.
Wir haben uns das erste Mal mit der Frauengruppe getroffen. Unsere Gastmama ist auch dabei, was uns ziemlich überrascht hat. Schließlich haben es andere Frauen wahrscheinlich nötiger. Grace, die Leiterin, hat das Material besorgt. Es fehlt allerdings noch Öl und ein paar andere Sachen. Die soll sie bis zum nächsten Mal besorgen, damit sie dann anfangen können, Seife herzustellen.
Mit den Kindern sind wir an einem Mittwoch zur Polizeistation gegangen, wo der Chief Inspector ihnen alles erklärt hat und Fragen beantwortet hat. Ich fand es sehr schön, dass die Kinder viele Fragen hatten, wir haben ihnen nämlich vorher extra gesagt, dass sie sich welche ausdenken sollen. Auch wenn der Chief Inspector so gut wie gar nichts vorbereitet hat – er hat UNS gefragt, was er denn jetzt erzählen soll – war der Ausflug sehr interessant und für die Kinder auch schön, so weit ich das mitgekriegt habe.
Am 17. März sind wir nach Nakpanduri gefahren, weil Elisa (eine Freiwillige aus Nakpanduri) und ihr Freund Eric ihre Verlobung gefeiert haben. Zum Glück besitzt ein Mann aus unserer Gemeinde ein Taxi, der hat uns dorthin gebracht. Aber leider sind wir erst so spät aus Bunkpurugu losgefahren (weil der Taxifahrer einfach nicht gekommen ist!), dass wir den Verlobungsgottesdienst, wenn man es so nennen kann, verpasst haben. :( Aber dafür war es auch schön, Elisa und Gesa mal wieder zu sehen und Mama Ayembilla war ja auch da. Wir sind noch eine Nacht in Nakpanduri geblieben.
Dan, der kleine Sohn unseres Gastbruders, ist total anhänglich geworden und lungert immer in unserem Zimmer rum. Manchmal mussten wir ihn schon rauswerfen, wenn es uns zuviel wurde!Wenn man bedenkt, dass er am Anfang noch richtig Angst vor uns hatte! :D Er kommt auch immer mit zu den Extra Classes und vertreibt sich die Zeit während dem Unterricht.
Ich bin ab und zu zur Musikprobe gegangen und habe die ghanaischen Lieder gelernt. Das hat Spaß gemacht, war aber manchmal auch ziemlich ermüdend, vor allem, wenn das Ganze abends stattfand...
An Ostern haben wir nicht wirklich was Spezielles gemacht. Wir sind in Bunkpurugu geblieben und zum Ostersonntagsgottesdienst gegangen. Aber ansonsten ist das Fest eher an uns vorbeigerauscht. Das fand schon ein bisschen schade, hier fehlen einfach die ganzen Ostertraditionen, die wir in Deutschland haben. Außerdem verbinde ich Ostern normalerweise mit Frühling, aber davon ist hier natürlich auch gar nichts zu sehen...
Am Ostermontag sind wir zusammen mit zwei Freunden aus dem Dorf nach Togo gefahren, weil ja ein freier Tag war. Das war ein schöner Ausflug, wenn es auch nicht ganz ohne Panne ablief (natürlich). Aber darüber gibt es nochmal einen eigenen Blogeintrag.

Eure Lisa

mit den Kindern bei der Polizeistation

das kaputte Haus

Montag, 17. Juni 2013

Was war los im FEBRUAR?

Die erste Hälfte des Februars haben wir damit verbracht, die Schulen und die Kinder bei sich Zuhause zu besuchen, wenn nicht gerade Extra Classes waren.
Wir haben einmal einen weißen Mann im Dorf gesehen, der in einem Auto an uns vorbeigefahren ist. Das hat uns voll überrascht, wir haben hier nämlich noch keine anderen Weißen außer uns gesehen.
Eines Tages hat Linanturin uns aus dem Haus geholt, weil wir Besuch aus Amerika haben. Ich dachte zuerst, sie macht einen Scherz, aber es war der weiße Mann. Er heißt Steve, ist vielleicht so um die 50 und kommt aus Amerika (wie gesagt). Wir haben uns für den nächsten Tag verabredet, da wollte er uns zum Essen ausführen zum Quatschen. Das klingt pompöser als es ist. Man kann hier höchstens ne Cola trinken gehen. Zu Essen gab es zum Glück mal was Originelleres als T.Z. oder Fufu. Die Besitzer der Bar kamen nämlich aus Togo, deswegen gab es Couscous (was es hier in Ghana irgendwie nicht gibt) und Fleischspieße. War echt lecker aber viel zu viel! Wir waren so voll!
Es war ein netter Abend und es war cool, mal richtiges Englisch zu hören, auch wenn Steve in dem übelsten amerikanischen Slang gesprochen hat! :D Er ist aus beruflichen Gründen hier. Ich hab es nicht ganz verstanden, aber auf seiner Karte steht „Agricultural Livelihood Specialist“ und er meinte, dass er Kleinbauern unterstützt (die es hier ja in Mengen gibt).
Am 20. Februar sind wir dann los nach Jirapa gefahren, wo das Zwischenseminar stattfinden sollte.
Wir sind wieder über Tamale gefahren und haben eine Nacht dort bei Duston übernachtet. Diesmal haben wir nicht den Fehler gemacht und sind direkt weitergefahren! Am nächsten Morgen sind wir ganz früh raus, weil der Bus nach Wa schon um 4 oder so losgefahren ist. Im Taxi auf dem Weg zur Station haben wir plötzlich bemerkt, dass es regnete! Wir haben uns so sehr gefreut, lag doch eine lange regenlose Trockenzeit hinter uns! Seit Monaten haben wir keinen einzigen Tropfen vom Himmel fallen sehen, deswegen haben wir den Regen richtig genossen. Als wir an der Station ankamen, stand der Bus schon bereit. Es gab eigentlich keine Sitzplätze mehr, aber der Taxifahrer konnte uns zum Glück irgendwie doch noch welche besorgen. Wie er das geschafft hat, ist mir bis heute ein Rätsel...
Wir haben es heil und sicher nach Jirapa geschafft, auch wenn ich beinahe mein Portmonnaie im Trotro vergessen hätte, aber zum Glück gibt es hier hilfsbereite Trotrofahrer. :)
Als wir ankamen, waren Torsten mit seiner Tochter Isabella, Michael, Heinke und Birgit, unsere Seminarleiter schon da.
Am nächsten Tag, dem 22., fing das Zwischenseminar an. Dafür sind wir in eine katholische Jugendherberge umgezogen. Da gab es einen Seminarraum und jeder hatte sein eigenes Zimmer mit Dusche (!) und Klo (!!!). Wir haben es uns in den fünf Tagen, die das Seminar gedauert hat, richtig gut gehen lassen. Michael hat uns Käse, Wurst, Nutella und Vollkornbrot mitgebracht. Er war einer der ersten Freiwilligen gewesen, der wusste also, wonach man sich nach einem halben Jahr Ghana sehnt!
Das Seminar selber war auch sehr gut, wir konnten uns mit den anderen über unsere Projekte und über unsere Probleme austauschen. Das hat gut getan und mir Mut gemacht für die zweite Hälfte!
Es war natürlich auch wieder schön, mit den anderen Zeit zu verbringen, auch wenn Gesa leider nicht dabei sein konnte, weil sie wegen einer Blinddarmentzündung nach Deutschland geflogen ist (keine Angst, sie kam gesund wieder zurück).
Einmal sind wir auf den Turm der benachbarten Kirche gestiegen. Eine richtige katholische Kirche hier zu sehen war schon was Besonderes. Am Sonntag hatten wir keine Seminareinheit und sind stattdessen zum Schwimmen an den Black Volta River gefahren. Wir saßen auf der Ladefläche des Pickups und haben irgendwie versucht, uns vor dem staubigen Fahrtwind zu schützen. Aber es war eine lustige Fahrt, auch wenn man in den Kurven aufpassen musste, dass man nicht runterfällt! :D
Der ganze Ausflug war schön, schwimmen gehen mal eine nette Abwechslung und wir sind bis nach Burkina Faso geschwommen (das andere Ufer)! ;) Es lagen auch ein paar Kanus rum, mit denen sind die, die nicht schwimmen wollten, rumgefahren.
Ein weiteres Highlight war natürlich auch mein Geburtstag an unserem zweiten Seminartag. Früh morgens wurde ich von einem „Happy birthday!“-Gesang vor meiner Zimmertür geweckt. Da standen die anderen Freiwilligen versammelt und haben mich (naives Mädchen) mit eiskaltem Wasser und Babypuder besudelt, als ich entzückt aus der Tür getreten kam. Aber das musste sein, schließlich ist das hier in Ghana so Tradition. Das Frühstück wurde dank Michael zu einem richtig leckerem Geburtstagsfrühstück. Ich habe noch am Tisch meine Geschenke ausgepackt, die mir meine Familie über Elisa zugeschickt hat. Das hat mich natürlich total gefreut! Sie haben mich auch noch angerufen zum Gratulieren. Am Abend haben wir noch Kuchen gegessen, den ich bei Fausti (die für uns kocht) bestellt hab. Alles in allem ein sehr schöner Tag. :)
Nachdem das Seminar vorüber war, sind wir wieder zu den Ayembillas zurückgezogen und wir Mädels haben uns in Hannas Zimmer breitgemacht. Allerdings sind die aus Wenchi direkt abgezogen und Janina ist auch am nächsten Tag nach Accra aufgebrochen, um ihren Vater zu treffen, der zu Besuch kam. Es blieben also von den Freiwilligen am Ende nur noch Hanna, Jonathan und ich in Jirapa. Ich bin noch eine Weile dort geblieben, solange Janina mit ihrem Vater den Süden bereist hat. Während dieser Zeit habe ich Jonathan bei seiner Arbeit im Waisenhaus geholfen. Die Kinder dort sind total aufgeschlossen und süß und ich habe sie direkt ins Herz geschlossen. :) Joni hat mich auch ein paar mal auf seinem Moto üben lassen, das hat Spaß gemacht!
Bis zum 5. März bin ich noch in Jirapa geblieben, dann bin ich mit einem der unbequemsten Fahrzeuge, in die ich mich je gesetzt hab, nach Tamale gefahren, um dort Janina und ihren Vater zu treffen. Am 6. März war der Independence Day, aber wir haben von den Paraden und Festlichkeiten nicht viel mitgekriegt, weil wir an dem Tag zurück nach Bunkpurugu gefahren sind.

Eure Lisa
Unsere Mitreisenden auf dem Weg nach Jirapa

eine richtige Kirche!

auf dem Weg zum Black Volta


Beim Waisenhaus. Im Hintergrund sieht man den Schweinestall, vorne die Wasserstelle und den Wassercontainer

bei der Essensausgabe im Waisenhaus

Extra Classes in der Schule nebenan

das Abendessen wird draußen zubereitet

ich mit ein paar der Waisenhaus-Kids