Freitag, 21. Juni 2013

Was war los im MÄRZ?

Als wir wieder in Bunkpurugu ankamen, fühlte ich mich schon richtig, als würde ich nach Hause kommen. So sehr habe ich mich schon an Bunkpurugu gewöhnt! :) Ein paar Kinder aus dem Dorf haben uns „Aunti!“ hinterhergerufen, da war ich sehr stolz. Ich hab nämlich im Laufe der Zeit versucht, den Kindern, die uns sonst immer „Father!“ hinterhergerufen haben (vollkommen falsch!) beizubringen, dass wir eigentlich „Aunties“ sind. Scheinbar meine Umgewöhnung langsam Wirkung gezeigt! :)
Für unsere Kinder haben wir aus Tamale ein neues Spiel mitgebracht, eine Dartscheibe mit Klett-Pfeilen. Das hat ihnen sehr viel Spaß gemacht.
Es hat angefangen, ein paar mal zu regnen, die Trockenzeit neigte sich langsam dem Ende zu. Das war natürlich sehr erfrischend, aber leider kamen damit auch die Viecher zurück. Ich habe mein Moskitonetz wieder aufgebaut, nachdem an einem Abend mein ganzes Bett voll war mit Viechern und die Wand daneben auch. Das war so eklig!
Janina und ich haben uns zwei Fahrräder gekauft, damit kommen wir schneller zum Markt oder zur Schule und wir können uns endlich selbst Wasser kaufen! :) Es war immer nervig, dass wir Duncen oder so fragen mussten, wenn wir neues Wasser brauchten, weil wir die schweren Wasserpaks nicht zu Fuß schleppen konnten...
Wir haben bei unseren „Hausbesuchen“ bemerkt, dass das Haus von zwei Mädchen aus unserer Gruppe total zusammengefallen ist und nur noch ein paar Wände stehen. Es gab glaube ich nur ein oder zwei vollständige Zimmer. Wir haben mit Dada geredet, ob wir nicht Zuhause Spenden sammeln könnten, um ihnen den Aufbau des Hauses zu finanzieren. Nachdem wir das noch mit Dada Ayembilla besprochen haben und uns seine Einverständniserklärung abgeholt haben, wollte unser Dada den Hausbesitzer zu uns bestellen, damit wir das mit ihr besprechen können. Das war erst nach ziemlich langer Zeit möglich und auch danach geriet dieses Vorhaben ins Stocken, weil wir immer noch (d.h. Mitte Juni) auf eine Liste der benötigten Dinge warten, die uns der Hausbesitzer geben wollte. Aber irgendwie geht nichts mehr voran, sobald man ein Projekt in die Hände von Ghanaern übergibt! So ist es leider, aber deswegen konnten wir den Mädchen und ihrer Familie noch nicht helfen.
Wir haben uns das erste Mal mit der Frauengruppe getroffen. Unsere Gastmama ist auch dabei, was uns ziemlich überrascht hat. Schließlich haben es andere Frauen wahrscheinlich nötiger. Grace, die Leiterin, hat das Material besorgt. Es fehlt allerdings noch Öl und ein paar andere Sachen. Die soll sie bis zum nächsten Mal besorgen, damit sie dann anfangen können, Seife herzustellen.
Mit den Kindern sind wir an einem Mittwoch zur Polizeistation gegangen, wo der Chief Inspector ihnen alles erklärt hat und Fragen beantwortet hat. Ich fand es sehr schön, dass die Kinder viele Fragen hatten, wir haben ihnen nämlich vorher extra gesagt, dass sie sich welche ausdenken sollen. Auch wenn der Chief Inspector so gut wie gar nichts vorbereitet hat – er hat UNS gefragt, was er denn jetzt erzählen soll – war der Ausflug sehr interessant und für die Kinder auch schön, so weit ich das mitgekriegt habe.
Am 17. März sind wir nach Nakpanduri gefahren, weil Elisa (eine Freiwillige aus Nakpanduri) und ihr Freund Eric ihre Verlobung gefeiert haben. Zum Glück besitzt ein Mann aus unserer Gemeinde ein Taxi, der hat uns dorthin gebracht. Aber leider sind wir erst so spät aus Bunkpurugu losgefahren (weil der Taxifahrer einfach nicht gekommen ist!), dass wir den Verlobungsgottesdienst, wenn man es so nennen kann, verpasst haben. :( Aber dafür war es auch schön, Elisa und Gesa mal wieder zu sehen und Mama Ayembilla war ja auch da. Wir sind noch eine Nacht in Nakpanduri geblieben.
Dan, der kleine Sohn unseres Gastbruders, ist total anhänglich geworden und lungert immer in unserem Zimmer rum. Manchmal mussten wir ihn schon rauswerfen, wenn es uns zuviel wurde!Wenn man bedenkt, dass er am Anfang noch richtig Angst vor uns hatte! :D Er kommt auch immer mit zu den Extra Classes und vertreibt sich die Zeit während dem Unterricht.
Ich bin ab und zu zur Musikprobe gegangen und habe die ghanaischen Lieder gelernt. Das hat Spaß gemacht, war aber manchmal auch ziemlich ermüdend, vor allem, wenn das Ganze abends stattfand...
An Ostern haben wir nicht wirklich was Spezielles gemacht. Wir sind in Bunkpurugu geblieben und zum Ostersonntagsgottesdienst gegangen. Aber ansonsten ist das Fest eher an uns vorbeigerauscht. Das fand schon ein bisschen schade, hier fehlen einfach die ganzen Ostertraditionen, die wir in Deutschland haben. Außerdem verbinde ich Ostern normalerweise mit Frühling, aber davon ist hier natürlich auch gar nichts zu sehen...
Am Ostermontag sind wir zusammen mit zwei Freunden aus dem Dorf nach Togo gefahren, weil ja ein freier Tag war. Das war ein schöner Ausflug, wenn es auch nicht ganz ohne Panne ablief (natürlich). Aber darüber gibt es nochmal einen eigenen Blogeintrag.

Eure Lisa

mit den Kindern bei der Polizeistation

das kaputte Haus

Montag, 17. Juni 2013

Was war los im FEBRUAR?

Die erste Hälfte des Februars haben wir damit verbracht, die Schulen und die Kinder bei sich Zuhause zu besuchen, wenn nicht gerade Extra Classes waren.
Wir haben einmal einen weißen Mann im Dorf gesehen, der in einem Auto an uns vorbeigefahren ist. Das hat uns voll überrascht, wir haben hier nämlich noch keine anderen Weißen außer uns gesehen.
Eines Tages hat Linanturin uns aus dem Haus geholt, weil wir Besuch aus Amerika haben. Ich dachte zuerst, sie macht einen Scherz, aber es war der weiße Mann. Er heißt Steve, ist vielleicht so um die 50 und kommt aus Amerika (wie gesagt). Wir haben uns für den nächsten Tag verabredet, da wollte er uns zum Essen ausführen zum Quatschen. Das klingt pompöser als es ist. Man kann hier höchstens ne Cola trinken gehen. Zu Essen gab es zum Glück mal was Originelleres als T.Z. oder Fufu. Die Besitzer der Bar kamen nämlich aus Togo, deswegen gab es Couscous (was es hier in Ghana irgendwie nicht gibt) und Fleischspieße. War echt lecker aber viel zu viel! Wir waren so voll!
Es war ein netter Abend und es war cool, mal richtiges Englisch zu hören, auch wenn Steve in dem übelsten amerikanischen Slang gesprochen hat! :D Er ist aus beruflichen Gründen hier. Ich hab es nicht ganz verstanden, aber auf seiner Karte steht „Agricultural Livelihood Specialist“ und er meinte, dass er Kleinbauern unterstützt (die es hier ja in Mengen gibt).
Am 20. Februar sind wir dann los nach Jirapa gefahren, wo das Zwischenseminar stattfinden sollte.
Wir sind wieder über Tamale gefahren und haben eine Nacht dort bei Duston übernachtet. Diesmal haben wir nicht den Fehler gemacht und sind direkt weitergefahren! Am nächsten Morgen sind wir ganz früh raus, weil der Bus nach Wa schon um 4 oder so losgefahren ist. Im Taxi auf dem Weg zur Station haben wir plötzlich bemerkt, dass es regnete! Wir haben uns so sehr gefreut, lag doch eine lange regenlose Trockenzeit hinter uns! Seit Monaten haben wir keinen einzigen Tropfen vom Himmel fallen sehen, deswegen haben wir den Regen richtig genossen. Als wir an der Station ankamen, stand der Bus schon bereit. Es gab eigentlich keine Sitzplätze mehr, aber der Taxifahrer konnte uns zum Glück irgendwie doch noch welche besorgen. Wie er das geschafft hat, ist mir bis heute ein Rätsel...
Wir haben es heil und sicher nach Jirapa geschafft, auch wenn ich beinahe mein Portmonnaie im Trotro vergessen hätte, aber zum Glück gibt es hier hilfsbereite Trotrofahrer. :)
Als wir ankamen, waren Torsten mit seiner Tochter Isabella, Michael, Heinke und Birgit, unsere Seminarleiter schon da.
Am nächsten Tag, dem 22., fing das Zwischenseminar an. Dafür sind wir in eine katholische Jugendherberge umgezogen. Da gab es einen Seminarraum und jeder hatte sein eigenes Zimmer mit Dusche (!) und Klo (!!!). Wir haben es uns in den fünf Tagen, die das Seminar gedauert hat, richtig gut gehen lassen. Michael hat uns Käse, Wurst, Nutella und Vollkornbrot mitgebracht. Er war einer der ersten Freiwilligen gewesen, der wusste also, wonach man sich nach einem halben Jahr Ghana sehnt!
Das Seminar selber war auch sehr gut, wir konnten uns mit den anderen über unsere Projekte und über unsere Probleme austauschen. Das hat gut getan und mir Mut gemacht für die zweite Hälfte!
Es war natürlich auch wieder schön, mit den anderen Zeit zu verbringen, auch wenn Gesa leider nicht dabei sein konnte, weil sie wegen einer Blinddarmentzündung nach Deutschland geflogen ist (keine Angst, sie kam gesund wieder zurück).
Einmal sind wir auf den Turm der benachbarten Kirche gestiegen. Eine richtige katholische Kirche hier zu sehen war schon was Besonderes. Am Sonntag hatten wir keine Seminareinheit und sind stattdessen zum Schwimmen an den Black Volta River gefahren. Wir saßen auf der Ladefläche des Pickups und haben irgendwie versucht, uns vor dem staubigen Fahrtwind zu schützen. Aber es war eine lustige Fahrt, auch wenn man in den Kurven aufpassen musste, dass man nicht runterfällt! :D
Der ganze Ausflug war schön, schwimmen gehen mal eine nette Abwechslung und wir sind bis nach Burkina Faso geschwommen (das andere Ufer)! ;) Es lagen auch ein paar Kanus rum, mit denen sind die, die nicht schwimmen wollten, rumgefahren.
Ein weiteres Highlight war natürlich auch mein Geburtstag an unserem zweiten Seminartag. Früh morgens wurde ich von einem „Happy birthday!“-Gesang vor meiner Zimmertür geweckt. Da standen die anderen Freiwilligen versammelt und haben mich (naives Mädchen) mit eiskaltem Wasser und Babypuder besudelt, als ich entzückt aus der Tür getreten kam. Aber das musste sein, schließlich ist das hier in Ghana so Tradition. Das Frühstück wurde dank Michael zu einem richtig leckerem Geburtstagsfrühstück. Ich habe noch am Tisch meine Geschenke ausgepackt, die mir meine Familie über Elisa zugeschickt hat. Das hat mich natürlich total gefreut! Sie haben mich auch noch angerufen zum Gratulieren. Am Abend haben wir noch Kuchen gegessen, den ich bei Fausti (die für uns kocht) bestellt hab. Alles in allem ein sehr schöner Tag. :)
Nachdem das Seminar vorüber war, sind wir wieder zu den Ayembillas zurückgezogen und wir Mädels haben uns in Hannas Zimmer breitgemacht. Allerdings sind die aus Wenchi direkt abgezogen und Janina ist auch am nächsten Tag nach Accra aufgebrochen, um ihren Vater zu treffen, der zu Besuch kam. Es blieben also von den Freiwilligen am Ende nur noch Hanna, Jonathan und ich in Jirapa. Ich bin noch eine Weile dort geblieben, solange Janina mit ihrem Vater den Süden bereist hat. Während dieser Zeit habe ich Jonathan bei seiner Arbeit im Waisenhaus geholfen. Die Kinder dort sind total aufgeschlossen und süß und ich habe sie direkt ins Herz geschlossen. :) Joni hat mich auch ein paar mal auf seinem Moto üben lassen, das hat Spaß gemacht!
Bis zum 5. März bin ich noch in Jirapa geblieben, dann bin ich mit einem der unbequemsten Fahrzeuge, in die ich mich je gesetzt hab, nach Tamale gefahren, um dort Janina und ihren Vater zu treffen. Am 6. März war der Independence Day, aber wir haben von den Paraden und Festlichkeiten nicht viel mitgekriegt, weil wir an dem Tag zurück nach Bunkpurugu gefahren sind.

Eure Lisa
Unsere Mitreisenden auf dem Weg nach Jirapa

eine richtige Kirche!

auf dem Weg zum Black Volta


Beim Waisenhaus. Im Hintergrund sieht man den Schweinestall, vorne die Wasserstelle und den Wassercontainer

bei der Essensausgabe im Waisenhaus

Extra Classes in der Schule nebenan

das Abendessen wird draußen zubereitet

ich mit ein paar der Waisenhaus-Kids

Samstag, 15. Juni 2013

Was war los im JANUAR?

Am 11. Januar sind wir von Jirapa wieder zurück nach Bunkpurugu gefahren.
Als wir endlich Zuhause ankamen, gab es erstmal einen Schock: alles war mit einer zentimeterdicken braunen Staubschicht bedeckt! Selbst die Luft war voll mit Staub, sodass man schon husten musste, wenn man nur ins Zimmer kam. Wir waren natürlich noch voll fertig von der Fahrt und haben uns notgedrungen ins staubige Bett schlafen gelegt, aber am nächsten Tag begann der große Neujahrsputz. Wir haben alle Sachen aus den Zimmern rausgeräumt, abgefegt oder abgeklopft und dann den ganzen Staub aus den Zimmern gefegt und gewischt. Das war eine Heidenarbeit, aber zum Glück hatten wir einige helfende Hände. Da wir schonmal alles aus den Zimmern geräumt hatten, haben wir gleich Böden gekauft, die Duncen und Hamilton (unsere Gastbrüder) verlegt haben. Nachdem wir alles wieder drin hatten, sah es richtig schön heimelig aus.
Dafür hatten wir aber noch einen Riesenberg Wäsche zu waschen, weil das Bettzeug und so ja noch ganz verstaubt waren. Wir haben Dada gefragt, ob er jemanden kennt, der einen Teil davon waschen könnte (gegen Bezahlung natürlich). Er hat dann Linanturin (unsere Gastschwester) den Auftrag gegeben, das für uns zu machen. Wir haben ihr die großen Batzen wie Bettlaken, Handtücher und so gegeben, da kam schon ein großer Haufen zusammen! Den Rest konnten wir ja selber machen.
Wir haben inzwischen alle Schulen besucht und uns die Noten von den Schülern geholt, damit wir ungefähr sehen, auf welchem Leistungsstand sie gerade sind und wo man noch intensiver mit ihnen lernen muss. Dafür ist ein Mann (sein Name ist Sadat) mit uns gekommen, der jetzt mit uns auch immer die Kinder Zuhause besuchen geht und so. Er kann dann übersetzen und führt uns zu den Orten, weil wir uns noch nicht gut genug auskennen.
Wir haben einige Health Insurance Cards (Krankenversicherung) der Kinder erneuert, wobei die meisten von ihnen eine gültige Versicherung haben. Das scheint hier eigentlich nicht so das Problem zu sein...
Wir haben uns angewöhnt, ab jetzt immer vor den Extra Classes zu beten und wenn wir das tun, sind schon oft einige Kinder gekommen, die sonst nicht kamen, oder alle Lehrer waren pünktlich oder so... Es bringt also echt was! ;)
Das mit der Pünktlichkeit der Lehrer ist leider ein Problem. Nur ganz selten sind wirklich alle pünktlich da. Meistens kommen zwei eine halbe Stunde zu spät (die Classes dauern wohlgemerkt nur eine Stunde) oder sie kommen erst kurz vor Ende oder gar nicht. Eine der Lehrerinnen (Lamisi) ist aber ziemlich zuverlässig, sie ruft dann eigentlich immer an, wenn sie mal nicht kommen kann.
Wir haben mit Dada ausgemacht, dass wir am Ende des Monats im Attendance Book nachschauen, nie oft die Lehrer da waren und sie dann nach Tagen bezahlen. Weil es einfach nicht geht, dass diejenigen, die nur ein paar Mal im Monat da waren genauso viel Geld kriegen, wie diejenigen, die immer kommen.
Eine unserer Lehrerinnen (Comfort), die die jüngste Klasse unterrichtet, kommt uns manchmal ziemlich inkompetent vor. Sie erklärt den Kindern gar nicht, wie sie rechnen sollen, sondern schreibt einfach Aufgaben an die Tafel und erwartet dann richtige Antworten. Und wenn sie etwas Falsches sagen, greift sie auch schonmal gerne zum Stock. Wenn sie dann auch noch sowas an die Tafel schreibt wie: 84:82=10/2 , dann fragt man sich doch echt, was die Kinder da lernen sollen! Da wäre es schon eher besser, wenn sie Zuhause bleiben und selbst für die Schule lernen, als dass sie hier etwas komplett Falsches beigebracht bekommen! Wir wollen sie aber auch nicht auf jeden Fehler ansprechen, sonst würden wir sie ja vor den Kindern bloßstellen. Wir haben schon mit Dada darüber geredet.
Wir haben jetzt damit angefangen, dass wir ein paar Kinder aus der Lower Primary extra unterrichten. Dafür gehen wir in den Nebenraum. Denn die Kleinsten können noch nicht mal das Alphabet oder einfache Addition. Bei den anderen aus ihrer Klasse können sie also nicht mithalten, und deswegen kriegen sie von uns eine „Extrabehandlung“. Eigentlich gibt es in jeder der drei Klassen solche Spezialfälle, deswegen ist es gut, dass Sadat (der mit uns immer zu den Schulen geht) angeboten hat, auch noch als Lehrer einzusteigen. Das müssen wir natürlich erst mit Dada Ayembilla besprechen, aber bis dahin würde er uns umsonst ein bisschen zur Hand gehen.
Manchmal fragen wir uns, was diese ganze Arbeit den Kindern überhaupt bringen soll, wenn wir sehen, dass sie nicht weiterkommen im Lernen oder so. Aber einmal, als wir vom Markt zurück nach Hause gegangen sind, kam die Großmutter von zwei unserer Kindern auf uns zu (bei der sie leben). Sie hat auf Moar mit uns geredet, aber trotzdem konnten wir alles verstehen, was sie uns gesagt hat. Wir haben immer wieder das Wort „Danke“ herausgehört, und auch dass Gott uns belohnen wird. Das hat mich richtig ermutigt irgendwie! Auch wenn wir noch keine wirklichen Erfolge verzeichnen können, ein einfaches Danke hat mich total aufgebaut!
Die Spieletage sind eigentlich immer sehr spaßig und wir verstehen uns gut mit den Kindern und können auch mal rumalbern.^^
Janina und ich haben in der Zeit schonmal angefangen zu suchen und zu überlegen, wie es nach diesem Jahr weiter gehen soll. Ich hatte ein Bewerbungsgespräch per Telefon beim Bundesverlag für ein Jahrespraktikum. (Ich wurde aber nicht angenommen.) Da ist man mit seinen Gedanken natürlich schon wieder in Deutschland!
Die „Honey-Phase“ ist bei mir schon vorbei und ich sehe langsam viele Dinge, die mich hier nerven. Aber dennoch, wenn wir draußen unterm Mangobaum sitzen und Dadas Schafe vorbeitrotten, denke ich mir: Mir gefällt es hier! :)

Eure Lisa
so viel Dreck!

Entstaubungsaktion

und danach!

auch in der hall ein neuer Boden
unsere kompetente Lehrkraft

Sonntag, 2. Juni 2013

Die Zeit in Jirapa

Wir hatten in Jirapa eine schöne Zeit. Es war cool, mit den anderen Freiwilligen Zeit zu verbringen, auch wenn es halt nicht viel zu tun gab und manchmal langweilig war. Wir haben trotzdem einiges unternommen.
Als erstes kam natürlich Weihnachten. Da gab es eine Christmas Convention, die vom 23. bis zum 25. ging. Wir sind also jeden Tag zu einem oder mehreren Gottesdiensten gefahren. Das war sehr interessant und besonders haben mir die Predigten von einem befreundeten amerikanischen Missionar gefallen – es tat gut, endlich mal wieder ordentliches Englisch zu hören! :D Natürlich war es manchmal ermüdend, stundenlang in der Sonne zu sitzen, aber wir haben auch echt krasse und berührende Momente erlebt. Gott ist schließlich auch hier in Ghana am Werk! Und den Weihnachtsgottesdienst Open Air unter Mangobäumen und mit den Füßen im Sand zu verbringen war schon ein besonderes Erlebnis. :)
Den 24. haben wir sozusagen als unseren eigenen deutschen Feiertag abgehalten. Wir haben zusammen lecker gekocht (alle drei Mahlzeiten) und am Abend zusammen bei Kerzenschein Weihnachtslieder gesungen und die Weihnachtsgeschichte gelesen. Das war ein bisschen wie Zuhause. :)
Am 26. haben die Ayembillas eine richtige kleine Feier auf die Beine gestellt. Es gab viel Fleisch (2 Schweine und 2 Ziegen wurden geschlachtet!) und leckere Kekse und dazu noch Pfannkuchen. Draußen haben wir gegessen, Spiele gespielt, erzählt und Gesa und ich haben ein Lied vorgesungen. Es war ein echt lustiger Abend bzw. Nacht – ich bin so um halb 3 ins Bett gegangen. :P
An Silvester gab es einen Gottesdienst, der bis ins nächte Jahr abgehalten wurde. Wir sind erst später dazu gegangen, weil wir noch nicht so viel Ausdauer besitzen wie die Ghanaer! Aber als das neue Jahr anbrach, waren wir gerade in der Kirche und haben reingetanzt. ;) Das hat Spaß gemacht. Vorher um 11 haben wir Zuhause angerufen, weil es da ja in Deutschland schon so weit war und ich konnte zum Glück alle aus meiner Familie erreichen.
Ansonsten haben wir schonmal gelegentlich eine Wanderung unternommen oder wir sind auf den Markt gegangen oder nach Wa gefahren. Der amerikanische Missionar und seine Frau haben gesagt, dass wir sie mal in Wa besuchen sollen, das steht also auch noch an. ;)
Am 4. Januar haben wir alle zusammen einen Ausflug zu der Wechiau Hippo Station gemacht. Dort kann man mit einem Führer in einem Kanu auf dem Black Volta Fluss fahren und die dort wild lebenden Nilpferde beobachten. Ephraim hat uns hingefahren, das hat ziemlich gedauert, aber es hat sich gelohnt! Es war echt schön, in den hölzernen Kanus über den Fluss zu fahren und die Nilpferde zu beobachten. Wir wollten danach nochmal alle zusammen einfach so im Kanu fahren. Das hat Spaß gemacht, auch wenn man ab und zu Wasser aus dem Kanu schöpfen musste, das ein bisschen löcherig war. :D
Wir wollten eigentlich noch in den Mole-Nationalpark fahren, aber das hat sich dann erledigt, weil sich die Kostenkalkulation dann doch als schwieriger erwiesen hat, als zuerst gedacht. Und da wir keine 200 Cedi mal eben locker sitzen hatten, haben wir das ganze erstmal auf Ostern verschoben.
Das Witzige ist, dass ich mich die ganze Zeit nicht auf das Essen hier in Jirapa gefreut habe, weil ich es noch als grausig in Erinnerung hatte. Aber das T.Z. und so hat dann entgegen aller Erwartungen echt nicht schlecht geschmeckt! Mein Geschmack hat sich also schon sehr weiterentwickelt. ;)
Auch beim Wetter habe ich gemerkt, dass ich mich langsam dran gewöhne. Als wir in den Anfängen in Wa rumgelaufen sind, habe ich mich nicht eingecremt und einen dicken Sonnenbrand gekriegt. Und jetzt war es genau dieselbe Situation, aber ich habe nichts abgekriegt. Wir haben auch an der Hippo-Station andere deutsche Freiwillige getroffen, die in Cape Coast und Accra (also im Süden) sind. Ihnen war ganz heiß und sie hatten ganz kurze Klamotten an und meinten, sie haben sich noch nicht an diese Trockenheit im Norden gewöhnt. An dem Tag hatten wir alle lange Hosen und Oberteile an!
Dada war zu der Zeit gerade in Kamerun, aber er ist am 9.1. zurückgekommen und hat dann noch mit uns Gespräche geführt.
Zum Glück konnten Gesa, Janina und ich diesmal mit Jesse (der Sohn von Dada Ayembilla) zurück nach Bunkpurugu (bzw. Nakpanduri) fahren, weil er uns eh noch ein paar Sachen vorbeibringen musste. Die Fahrt war zwar auch nicht gerade angenehm, weil wir ohne Unterbrechung (also einmal gab es eine Panne – klar!) gefahren sind und wir die ganze Zeit zwischen dem ganzen Zeug eingequetscht waren, aber es war immer noch besser als die Hinfahrt! ;)

Eure Lisa

(Zu Weihnachten und Silvester habe ich ja schon ein bisschen was geschrieben und auch Bilder hochgestellt – schaut mal unter dem Blogeintrag „Weihnachten und Silvester“ vom 1. Januar 2013 nach!)
Zu Weihnachten gönnen wir uns einen Schokopudding! :)

Ein Teil der Sivester-Festtafel

Happy Hippo

ich schöpfe mit einem Plastikbecher das Wasser aus dem Kanu

im Kanu über den Black Volta River
das waren unsere Sitzplätze auf der Rückfahrt - ich saß mit Gesa an dem Fenster an dem sie hier steht

Mittwoch, 29. Mai 2013

Mal eben rüber nach Jirapa

Am 18. Dezember sind wir los nach Jirapa. Wir mussten natürlich wieder um 1 Uhr nachts aufstehen, wie immer, wenn wir verreisen, weil die einzigen zwei Busse, die Bunkpurugu verlassen, um diese Zeit fahren. Mitten in der Nacht stundenlang in der Kälte (ja, wir konnten Kälte verspüren!) an der Busstation zu warten, war natürlich nicht gerade angenehm. Aber das war noch unser kleinstes Problem während dieser Reise. Als wir endlich in Tamale ankamen, wo wir nach Wa umsteigen wollten, fing die Reise an, richtig ungemütlich zu werden. Der Bus fuhr nicht – wie sonst – bis zur Busstation, sondern hat alle Reisenden am Straßenrand mitten in Tamale rausgeschmissen. Na toll. Wie sollten wir jetzt mit unseren schweren Koffern zur Station kommen? Zum Glück saß im Bus eine Frau, die gleich auf uns zukommt und uns ihre Hilfe anbietet. Draußen nimmt eine andere Frau unsere beiden (!) Koffer schon auf den Kopf und geht voran zur Station. Wir mit der hilfsbereiten Mitreisenden hinterher. An der Station geben wir der Koffertragenden ein paar Cedi (das ist nämlich hier so eine Art Job) und sehen uns schon wieder mit dem nächsten Problem konfrontiert. Wir mussten nämlich ein Ticket für den Metro Mass Bus nach Wa besorgen und hatten darum ein Tag vorher versucht, Duston anzurufen, damit er uns die Tickets schonmal kauft. Aber da wir ihn nicht erreichen konnten, haben wir ihm eine SMS geschickt und gehofft, dass es auch so klappen würde. Jetzt stehen wir also hier in Tamale. Zu unserem Erschrecken steht auch schon der Bus nach Wa bereit und das Gepäck wird verladen. Also rufen wir schnell Duston an und fragen, wie es mit den Tickets aussieht. Der meint, dass er die Nachricht zwar gekriegt, uns aber keine Tickets gekauft hat, weil der Bus theoretisch schon weggewesen wäre, wenn wir ankämen. Mist. Ich gehe schnell zum Busfahrer und frage, ob vielleicht noch Tickets übrig sind, aber es gibt nur noch Stehplätze. Nein danke, das wollen wir uns definitiv nicht antun!
Also muss schnell eine andere Lösung her. Ein Trotro ist auch ein Ding mit Rädern und könnte uns doch bestimmt auch bis nach Wa bringen. Also auf zur Trotro-station! Janina wartet an der Metro-Mass-station mit den Koffern, während ich mit Frau Hilfsbereit zur Trotro-station laufe, die zum Glück nicht so weit entfernt liegt. Unterwegs erzählt sie mir ganz nebenbei, dass sie die Mutter von unserem kleinen Dan ist! Da bin ich erstmal baff. Wir haben uns schon immer gefragt, wer die Mutter ist und wo sie lebt. Da läuft also die Lösung des dunklen Rätsels fröhlich neben mir her.
An der Trotro-station wird uns gesagt, dass tatsächlich ein Trotro nach Wa fährt. Also schnell wieder zurück, um Janina und die Koffer abzuholen. Dummerweise haben wir kaum noch Bargeld da. Das bisschen, was wir noch im Portmonnaie haben, würde gerade mal für ein Ticket nach Wa reichen, aber wir müssen ja noch für die Koffer bezahlen, und wie sollte es in Wa ohne Geld weitergehen? Also rufen wir schnell Duston an, damit er uns mit seinem Moto zu einer Bank zum Geldabheben bringen kann und er verspricht, so schnell wie möglich zu kommen. „So schnell wie möglich“ ist in Ghana ein Begriff, der sehr weit ausdehnbar ist. Als nach ein paar Stunden das Trotro schon bereit steht, ist Duston immernoch nicht aufgekreuzt. Wir sitzen schon drin, können aber für das Gepäck nicht bezahlen und deshalb will der Fahrer es auch nicht aufladen, aber ewig kann das Trotro natürlich auch nicht auf uns warten. Ein letzter verzweifelter Anruf an Duston und zum Glück erscheint er kurze Zeit später in der Tür des Trotros mit einem breiten Grinsen im Gesicht und doppelt so viel Geld wie wir eigentlich benötigen in der Hand. Das ist ein Geschenk, sagt er. Er kommt uns in diesem Moment vor wie ein Engel und wir haben uns noch nie so sehr gefreut, ihn zu sehen! :D
Puh, jetzt sitzen wir in einem Trotro nach Wa, jetzt kann doch nichts mehr schiefgehen.
Ha, wie naiv! Es kann noch einiges schiefgehen, wie uns die Weiterreise lehrte.
Mitten in der Pampa gibt das Trotro seinen Geist auf (ist ziemlich normal hier, weil die Trotros einfach so schrottig sind – die wären bei uns nicht mal vor zehn Jahren durch den TÜV gekommen!). Also steigen wir mit den anderen Mitfahrern aus, vertreten uns die Beine und nutzen die Unterbrechung für eine Pinkelpause, während der Fahrer anfängt, am Trotro rumzuwerkeln. Wir stehen auf einer staubigen Landstraße inmitten vom vertrocknetem Busch. Hier und da knistert ein kleiner Buschbrand und die Geräusche von unbekannten Vögeln tönen aus den Bäumen. Durch den aufgewirbelten Staub der Straße und den Rauch der Buschbrände ist die Luft düster und stickig. Die Sonne tut ihr Bestes, um durch die braunrote Schicht zu scheinen, aber dennoch kann man nicht weit sehen und es kommt uns vor wie in der Abenddämmerung, dabei ist es mitten am Tag!
Endlich wird das Trotro irgendwie (vielleicht durch Magie?) wieder in Gang gesetzt und die lustige Fahrt geht weiter. Aber nicht sehr lange, denn im nächsten Dorf wird wieder angehalten. Dort ist angeblich eine Werkstatt. Naja, was hier so alles als Werkstatt bezeichnet werden kann! Ein (fast) leerer Platz an der Straße mit einem zerfallenen Gebäude und ein paar verrosteten Autowracks. Dahinter ein kleines Wäldchen und sonst nichts. Diesmal dauert die Unterbrechung länger. Ein paar der muslimischen Mitreisenden beginnen damit, ihre Gebetsmatten vor dem Gebäude (oder sollte ich sagen: Ruine?) in Richtung Mekka auszubreiten (vermute ich mal), um ihre nachmittäglichen Gebete aufzusagen. Wir rufen solange mal in Jirapa an und sagen Bescheid, dass wir wahrscheinlich etwas später als beabsichtigt ankommen werden. Zwei junge Männer stellen sich an den Straßenrand und versuchen per Anhalter irgendwie weiterzukommen. Aber es rauschen meistens nur Motos vorbei. Währenddessen versucht der professionelle Automechaniker mithilfe von Klopfen mit dem Schraubenschlüssel gegen die Felge des Hinterreifens, das Trotro wieder in Gang zu bringen. Oh Wunder! Nach einer Weile geht es tatsächlich weiter, und zwar grade nachdem wir ein Stoßgebet Richtung Himmel geschickt haben.
Die Weiterfahrt wird zum staubigsten Erlebnis in Ghana (und das will was heißen!). Wir sind über und über mit einer braunen Staubschicht bedeckt und ich beginne schon, den roten Sand auszuhusten. Die Sonne ist verdeckt (wenigstens etwas Gutes) und lässt sich nur noch gelegentlich als rote Kugel durch die kahlen schwarzen Äste der Bäume am Wegesrand blicken.
Als es schon dunkel ist, wird das Trotro noch ein letztes Mal von seinen Lebensgeistern verlassen und wir steigen am Rand einer geteerten Straße aus. Das zeigt, dass wir uns einer größeren Stadt nähern – Wa! Es tut gut, sich die Beine vertreten zu können, weil man in dem Trotro stundenlang in derselben Position festsitzt und sich fast gar nicht rühren kann. Wir setzen uns auf den warmen Asphalt und schauen uns die Sterne an. Wenn sich in der Ferne das Licht von Scheinwerfern blicken lässt, springen wir schnell von der Straße. Nach einer Weile geht es endlich weiter und diesmal ohne weitere Unterbrechung bis nach Wa.
Zum Glück holt uns unser Gastbruder Ephraim von dort aus mit dem Auto ab, denn im Stockdunkeln und um diese Zeit ein Trotro zu finden, dass uns nach Jirapa bugsiert, dürfte sich als schwierig erweisen. Außerdem sind wir komplett geschafft von der Fahrt und ich schlafe auf der gemütlichen (zumindest im Gegensatz zum Trotro) ledernen Sitzbank fast ein. Wäre da nicht die Musik, die ein jeder Ghanaer stets während der Fahrt laufen hat (ich vermute, dass die Autos hier sonst gar nicht erst anspringen). Aber das stört mich mittlerweile gar nicht mehr, ich bin nur froh, dass wir jetzt endlich am Ziel dieser verrückten Reise angekommen sind.
Jirapa empfängt uns mit offenen Armen. Mit einer Dusche, einem Bett und etwas zu Essen, dass die anderen extra für uns übrig gelassen haben, denn die Abendessenszeit ist längst vorbei. 22 Stunden hat dieser Mördertrip gedauert (so wird er jetzt immer heißen), aber Gott sei dank (wortwörtlich) sind wir heil in Jirapa angekommen!

Eure Lisa

das nenne ich mal Frauen-Power!

knapp, aber passt schon^^

bei der "Werkstatt"

unser Trotro wird repariert bzw. zusammengeflickt

meine Position für ca. 8 Stunden

Sonnenuntergang mitten im Busch

Samstag, 25. Mai 2013

Ein ereignisreicher Wahltag

07. Dezember
Es fing damit an, dass wir um acht mit Lamisi (einer unserer Lehrerinnen) verabredet waren, um zusammen zu den Wahlen zu gehen. Sie kam ein bisschen zu spät, aber das machte nichts, wir haben uns draußen unter den Baum gesetzt, nachdem uns fertig gemacht hatten. Es war irgendwie ganz ruhig (Janina nannte es die „Ruhe vor dem Sturm“, und damit hatte sie absolut Recht!) und mir kam es vor, wie Urlaub, weil alle frei hatten und so viel Besuch da war. Die Temperatur im Schatten war gerade richtig, es war ein bisschen wie Sommer in Deutschland. :)
Als Lamisi dann kam, sind wir auch direkt los zum „Wahllokal“. Ihres war an der Polizeistation. Als wir ankamen, standen da schon ganz viele Leute in einer Schlange. Wir haben uns erstmal auf eine Stufe vor das Gebäude gesetzt. Überall liefen Leute rum und wir haben einen Mann getroffen, dem wir gestern schon bei Charity Zuhause getroffen haben. Er dachte, wir würden ihn nicht wiedererkennen, haben wir aber doch. :) Sein Name ist Francis und er wohnt eigentlich in Wenchi. Er hat an dem Tag, als wir dort im Gottesdienst waren, Keyboard gespielt und konnte sich noch daran erinnern, dass Daniel Geburtstag hatte! :D Die Welt ist klein.
Lamisi hat sich nach ner Weile auch in die Schlange gestellt, aber es hat sich voll gezogen! Als sie nach sehr langer Zeit ungefähr bei 1/3 angekommen ist, hat sie die Schlange verlassen und sich zu uns gesellt. Später, als ihr Platz fast bis ganz vorne vorgerückt war, hat sie sich wieder dort angestellt. Wir haben zugesehen, wie sie zuerst eine Karte gezeigt hat, die sie als wahlberechtigt ausweist. Dann musste sie ihren Fingerabdruck verifizieren lassen und danach ihren kleinen Finger in eine Tintendose tunken. Diese ganzen Vorsichtsmaßnahmen sind wohl nötig, weil in der Vergangenheit immer wieder geschummelt wurde. Später habe ich im Radio gehört, dass es wohl vielerorts Probleme gab mit den Maschinen, die die Fingerabdrücke verifizieren und dass deshalb einige gar nicht wählen konnten! Oh Mann.
Jedenfalls hat Lamisi danach den ersten Wahlzettel bekommen, der für die Parlamentswahl war. Den hat sie hinter einem Pappkarton, der mit großen Steinen aufgestellt war (die Wahlkabine), ausgefüllt. Die Wahlen werden durch einen Fingerabdruck abgegeben, wie Janina und ich gestern im Fernsehen gesehen haben. Nachdem sie den Zettel in die passende Urne gesteckt hat, kam die Präsidentschaftswahl dran.
Als sie alles hinter sich gebracht hat, sind wir mit ihr in die Stadt gegangen. Sie wollte sich nämlich noch die Haare machen lassen und wir hatten ja nichts zu tun und wollten das uns gerne mit ansehen. Unterwegs sind wir einer Frau begegnet, die süßes Gebäck verkauft hat. Ich wollte mir welches holen, aber Lamisi hat uns welche ausgegeben. Superlecker! Wir haben noch John's Schwester (der, der uns am Anfang durchs Dorf geführt hat) getroffen, die wir ganz am Anfang schonmal kennengelernt haben und haben einen kleinen Zwischenstopp in ihrem Laden gemacht (sie verkauft Haare und Pflegemittel). Dort haben wir Wasser getrunken und sind dann weiter zu Lamisis Friseurin. Dort wurde gerade noch eine andere Frau frisiert. Wir haben uns dazu gesetzt und zugesehen. Die einzelnen Haarteile wurden richtig an die Kopfhaut angenäht, wo die echten Haare schon vorher drangeflochten waren. Sah sehr witzig aus.^^ Danach war noch eine andere Frau dran, aber wir waren das ganze Sitzen leid und so sind wir erstmal wieder gegangen, weil Lamisi meinte, wir müssen Pito probieren. Das ist ein typisch ghanaisches alkoholisches Getränk. Also dachten wir, das müssen wir zumindest mal probiert haben. Wir sind in einen Hof gegangen, der wie bei einem normalen Wohnhaus aussah. Da saßen aber ganz viele Menschen drin und alle hatten eine Schüssel mit Pito in der Hand. Die Schüssel sahen aus, wie die Schale von einer Frucht und die Flüssigkeit sah ein bisschen wie Bier aus. Ich glaube, Pito ist auch so etwas ähnliches wie Bier. Wir haben uns hingesetzt und auch eine Schüssel gekriegt. Das schmeckte aber nicht so lecker, ziemlich sauer. Lamisi sagt, dass sie eigentlich die nichtalkoholische Variante wollte, die süß schmeckt, aber die war wohl alle. Müssen wir also ein andern Mal probieren. Danach sind wir noch in die Stadt zu einer Bar gegangen und Lamisi hat uns noch eine Cola spendiert. Da war es ungefähr 12 und langsam wurden wir hungrig. Wir haben ausgemacht, dass Janina und ich erstmal nach Hause gehen und Mittag essen und dann zurück zu dem Friseur gehen. Lamisi ist solange schonmal zum Friseur gegangen.
Zuhause haben wir Joloff Rice mit Spaghetti gegessen und dann haben wir uns ein bisschen ausgeruht. Janina war voll müde und hat ein bisschen geschlafen. Als ich grade am Gitarre spielen war, kam Duston rein. Er trug eine komische Brille aus Fensterglas und ich hab ihm gesagt, dass das nicht gut aussieht! :D Aber er hat gesagt, er trägt die eh nur zum Schutz gegen den Fahrtwind, weil er jetzt zurück nach Tamale fährt, Dabei hat er letztens doch noch gesagt, dass er erst Sonntag fährt! o.O Naja, er meinte, dass er morgen wieder arbeiten muss. Er hat mir verboten, Janina zu wecken, um ihm Tschüss zu sagen und dann ist er weg. Nach kurzer Zeit habe ich Janina aber doch geweckt, weil wir dann so langsam mal wieder zu Lamisi mussten. Wir haben auf dem Weg noch Duston auf seinem Moto getroffen, der gerade vom Tanken kam, so konnte Janina ihm auch noch Tschüss sagen. Den Weg zum Friseur haben wir nicht mehr ganz gefunden. Zuerst sind wir im Kreis gegangen, weil uns ein Mann einfach wieder zurück zur Hauptstraße geschickt hat. Da haben wir aber nochmal nachgefragt, und eine Frau wusste, wo der Laden ist und hat uns hingeführt. Dort saß Lamisi schon und hatte die Haare nach allen Seiten abstehen! :D Wir haben ihr gesagt, dass sie das so lassen soll, aber sie hat gelacht und gesagt, dass sie die so glatt und weich machen möchte wie unsere Haare! :D Die Friseurin hat ihr eine Creme sehr sorgfältig in die Haare geschmiert, das sah sehr lustig aus.^^ Dann musste das erstmal einwirken. Die ganze Zeit, während wir gewartet haben, kamen Leute und haben sich mit uns bzw. mit Lamisi und der Friseurin unterhalten. Das ganze fand nämlich draußen statt und war irgendwie eine gemütliche Runde. Da war auch eine Frau mit einem Baby, das ganz speckig war. Der Kleine hieß glaub ich Felix oder so ähnlich und Janina und ich haben ihn beide auf den Schoß genommen. Der hatte gar keine Angst und war so süß!
Nach einer Weile wurde Lamisi die Haare ausgewaschen und dann mit Lockenwickler aufgewickelt. Während Lockenwickler bei uns die Funktion haben, die Haare zu locken, dienen sie hier dazu, sie glatt zu machen. Damit war Lamisi erstmal fertig. Wenn ihre Haare getrocknet sind, würde sie wieder zurück kommen. Wir sind nach Hause gegangen und sie ist auch nach Hause. Aber sie meinte, wenn sie morgen Zeit hat, kommt sie vielleicht nochmal vorbei.
Linanturin kam rein und hat gesagt, dass wir Besuch von einem Lom oder Christian hätten, der draußen wartet. Ich konnte mich an niemanden mit diesem Namen erinnern und dachte, es wäre wieder einer von den unzähligen Typen, die wir irgendwann mal auf der Straße getroffen haben und die gesagt haben, dass sie uns mal besuchen kommen. Aber als ich rauskam, war es ein Typ, den wir in Tamale, wo wir übernachtet haben, getroffen haben. Er kann ein bisschen deutsch. Peinlich, dass ich seinen Namen vergessen hatte, aber es war nett, ihn wiederzusehen. Er hat ein bisschen mit mir gelabert und ich hab ihm gesagt, dass Janina am Schlafen ist. Ich habe dann noch zugesehen, wie Linanturin T.Z. gekocht hat und bin ihr ein bisschen zur Hand gegangen. Eigentlich nur beim Fleisch schneiden. Dabei hat sie mit dem Messer richtig draufgehackt, um die Knochen zu brechen. Lom sagte, dass wir ganz viel solche Sachen lernen müssen und wenn er hier wohnen würde, wären wir innerhalb von einer Woche soweit, dass wir immer für die Familie das Essen kochen! :D Dan kam und hat mir ein Wasserpäckchen gegeben. Süß, aber ich hatte gar keinen Durst. Das habe ich Linanturin auf Englisch gesagt und daraufhin hat Dan das Päckchen wieder an sich genommen und hat es zurück gebracht. Ich war ganz erstaunt, aber Linanturin hat gesagt, dass er wohl verstanden hat, was ich gesagt habe, weil er Englisch in der Schule lernt. Wow, so ein kleiner Stöpsel! :D Der ist so knuffig! Heute morgen wollte ich den Korb mit den Töpfen zurück in die Küche bringen, da kam Dan hinter mir hergerannt und hat ihn mir abgenommen und selbst in die Küche gebracht.^^
Hamilton (noch ein Sohn von Dada) kam später auch noch zu unserer kleinen „T.Z.-Runde“ dazu und Janina auch nach einer Weile. Lom musste dann irgendwann nach Jimbale, einem Nachbardorf, wo er und Dada geboren sind. Er wollte seine Familie besuchen. Hamilton meinte, dass einer von uns mitgehen sollte, um das Dorf anzusehen. Das sei wohl viel ursprünglicher als Bunkpurugu (noch mehr?!) und das „richtige“ ländliche Afrika. Janina wollte, dass ich gehe und ich hatte auch Lust drauf. So habe ich zwar das T.Z.-Machen verpasst, aber da kippt man eh nur Maismehl und heißes Wasser zusammen. :P
Hamilton hat mir einen Helm gebracht und gefragt, ob er mir noch einen Pulli geben soll. Ich habe gesagt, ist nicht nötig, weil ich selber einen habe und gefragt, wofür ich den überhaupt bei diesen Temperaturen brauche! Er meinte, dass sonst mein Oberteil so staubig wird, also habe ich noch meinen Pulli geholt und hab mich dann hinten auch Loms Moto gesetzt. Wir sind über den übelsten Trampelpfad durch die Felder gefahren und er hat mir gezeigt, aus welchen Gräsern man die Dächer macht.
Nach einer kurzen Weile kamen wir auf die Hauptstraße und dort ist uns der eine Reifen geplatzt, als wir über einen Stein gefahren sind, der wohl doch ein bisschen zu spitz gewesen ist. Da standen wir also – mitten in den Kapaten und konnten nicht weiter. Ich hatte mein Handy nicht mit und Lom hatte auf seiner MTN-Karte keine Credits mehr, nur auf der Vodafone-Karte, aber das hatte hier kein Netz... Aber zum Glück war nur ein Haus weiter so eine Art Werkstatt und Lom hat mit noch jemandem das Moto dorthin geschoben. Es stellte sich dann raus, dass der Mann in dem Haus zwar den Reifen flicken könnte, aber nicht aufpumpen, er hat nämlich nur eine Fahrradpumpe. Also haben wir uns auf den Weg zur nächsten Werkstatt gemacht, dabei das Moto geschoben. Ein Mann kam und hat uns geholfen, indem er vorsichtig mit dem Moto gefahren ist. Uns hat er sein Fahrrad überlassen und wir sind damit weitergegangen. Ein anderer Mann kam und hat gesagt, einer soll mit dem Fahrrad fahren und der andere bei ihm hinten auf dem Fahrrad mitfahren, er hatte nämlich einen Gepäckträger. Ich bin lieber selbst gefahren und Lom hat sich hinten bei dem Mann drauf gesetzt. Ich war schon misstrauisch, weil der andere Mann einfach so mit dem Moto davon gedüst ist, aber das war unberechtigt. Als wir bei der „Werkstatt“ ankamen (es war einfach ein normales Wohnhaus, wo halt der Mann wohnte, der das reparieren konnte), stand er da schon und hat uns erwartet. Das Fahrrad war ziemlich klapprig und hat immer nach links gezogen. Es war also gar nicht so einfach, damit zu fahren, vor allem bei diesen kaputten Straßen, die teilweise nur aus Sand bestehen! Aber wir haben es geschafft und Lom hat den Hut vor mir gezogen.^^ Dann wurde der Reifen geflickt und wir haben uns solange unter den Baum vorm Haus gesetzt und uns unterhalten. Lom hat mir erzählt, dass er eigentlich Yennulom heißt. Das bedeutet „Gottes Wille“ oder auch „Gott ist Liebe“. Die Geschichte dahinter ist, dass bei seiner Geburt seine Eltern Angst bekommen hätten, weil er weiße Haare hatte (seine Haut ist auch ganz hell und seine Haare jetzt hellbraun), aber sein Großvater kam und hat gesagt: „Das ist Gottes Wille!“ Deswegen haben sie ihm den Namen gegeben. Mit englischem Namen heißt er Christian oder Chris und ich hab gesagt, dass mein Bruder denselben Namen hat.^^
Die Reperatur hat ziemlich lange gedauert und als das Moto endlich fertig war, war es schon fast ganz dunkel! Wir aber trotzdem weitergefahren. Als wir in Jimbale ankamen, war es stockdunkel, weil es in dem Dorf keine Elektrizität gibt. Wir sind zuerst zu dem Haus von Lom's Onkel und Tante gefahren, aber es war niemand zuhause außer das Hausmädchen. Wir sind also weiter zu seinem Elternhaus, aber auch da war niemand da! Aber er hat mir den Raum gezeigt, in dem er geboren wurde! Der Raum ist der einzige, der seit über 20 Jahren nicht verändert wurde. Vor dem Haus hat er mir noch die Gräber von seinen Großeltern gezeigt. Da waren einfach ein großer Steinblock. Er sagte, es gibt auch Friedhöfe, aber sie wollten sie vor dem Haus begraben zur Ehrerbietung.
Als nächstes haben wir bei einer Stelle halt gemacht, wo grade die Stimmzettel ausgezählt wurden. Das schien ein Riesenspektakel zu sein, zumindest standen ganz viele Leute drumrum und das war abgesperrt. Dort haben wir Lom's Cousin Ernest getroffen. Dann gings weiter zu einer anderen Stelle, wo ausgezählt wurde. Dort war sein Bruder Sylvester mit beim Auszählen dabei. Er ist der „First-born“ und sein Spitzname ist Sly. Er hatte aber nicht viel Zeit, mit uns zu reden, weil er bei der Stimmauszählung gebraucht wurde.
Wir sind also wieder zurück. Zuerst haben wir überlegt, ob wir einen anderen Weg zurück nehmen, der zwar länger dauert, aber nicht so kaputt ist wie der Hinweg. Mir war's egal und wir haben dann den kürzeren wieder genommen. Kurz nachdem wir das Dorf verlassen haben, stand ein Mann mit seinem Moto am Straßenrand. Sein Licht ist wohl kaputt gegangen und wir sollten knapp hinter ihm herfahren um ihm zu leuchten. Ein anderer Mann wollte ihm schon seine Taschenlampe anbieten, aber ich denke, das wäre nicht die beste Lösung gewesen... Also sind wir hinter ihm hergefahren und er hat uns den ganzen Staub ins Gesicht gewirbelt.^^ Aber dafür kannte er die Straße schon und hat uns quasi auf den geschicktesten Wegen geführt.
Ungefähr an der Stelle, wo wir vorhin den Platten hatten, hat uns der andere Mann verlassen. Nach ner Weile kamen wir dann endlich Zuhause an. Janina war gerade am duschen und wir haben Dada erzählt, was wir erlebt haben. Ich bin zu Janina und hab ihr auch alles berichtet. Sie ist mit Hamilton zu den Wahlauszählungen gegangen, aber es war wohl nicht so spannend. :P
Ich habe mir die Füße gewaschen, die waren sowas von dreckig! Ich fühlte mich schon fast ein bisschen ghanaisch, so braun wie die waren! :D
Ich habe das fast kalte T.Z. gegessen und währenddessen kam Lom und hat gesagt, dass er jetzt doch zurück nach Nakpanduri fährt. Ich hab mich für den verrückten Trip bedankt und er hat gesagt, dass ich ihm deutsche Schokolade geben soll, die mag er nämlich total gerne! (Verständlich.) Er hat sich so Mühe gegeben, das auf deutsch zu sagen, dass ich ihm was von meiner Ritter Sport abgegeben habe.^^ Ich und Janina mussten dann natürlich auch noch ein Stück essen.
Am Abend habe ich noch Tagebuch geschrieben, das hat wie zu erwarten sehr lange gedauert! Ich habe nur an diesem Tag geschrieben und dafür 2 ½ Stunden gebraucht! Aber um 12 hab ich mir dann gedacht, jetzt reichts, den Rest schreibe ich morgen. :P
Und das war der 7. Dezember. Die Wahlen hat übrigens der ehemalige Präsident wieder gewonnen...

Eure Lisa
Die Schlange im "Wahllokal"

Die Wahlkabine

...und -urne

beim Frisör

Specki :D

Was war los im DEZEMBER?

Am ersten Dezember haben Janina und ich einen Spaziergang gemacht – in Top und kurzem Rock! Wir haben uns eingecremt, damit wir keinen Sonnenbrand bekommen (am ersten Dezember!!!). Wir konnten es echt kaum glauben, dass der Weihnachtsmonat angebrochen ist... Draußen wurde es statt weiß braun, denn die Trockenzeit hat angefangen und das ganze Grün ist verdorrt (leider). :( Es hat auch so gut wir gar nicht mehr geregnet.
Jeden Tag haben wir ein Türchen von unserem selbstgemachten Adventskalender aufgemacht. Für den Kalender haben wir 24 Streichholzschachteln gekauft – der Verkäufer hat uns ein bisschen komisch angesehen, aber egal. :P Und für die Adventsonntage haben wir vier Kerzen mit ein paar Bändern und einer Klopapierrolle notdürftig zu einem Adventskranz zusammengebastelt. Das sah zwar etwas krüppelig aus, aber diese Tradition wollten wir uns nicht nehmen lassen. :) Leider fehlten hier so viele der schönen deutschen Weihnachts- und Adventstraditionen! Wie soll man denn auch bei 35°C und Sonnenschein in Weihnachtsstimmung kommen?!
Am ersten Adventsgottesdienst wurde in der Kirche Erntedank gefeiert. Weil eben zu dieser Zeit Erntezeit ist. Es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass erste Advent ist, ich glaube, das wird hier in Ghana gar nicht gefeiert, sondern nur Weihnachten selbst.
Am 7. Dezember waren die Präsidentschaftswahlen in Ghana. Zu diesem Zweck sind Duston und noch ein paar andere Familienmitglieder nach Bunkpurugu gekommen, weil sie hier registriert sind zum Wählen. Das heißt, in der Zeit war hier full house! ;)
Der Wahlkampf hier verlief sehr laut – ganz nach dem Motto: Welche Partei die größte Party macht, kriegt die meisten Anhänger. Naja, also wir waren froh, als die Wahlen endlich vorbei waren, da wurde man früh morgens wenigstens nicht von irgendwelchen Wahlkampfautos mit scheppernden Lautsprechern geweckt! Über den 7. Dezember wird es nochmal einen eigenen Blogeintrag geben, dieser Tag war nämlich sehr ereignisreich!
Eines unserer Kinder (Charity) hatte eine Auseinandersetzung mit einer unserer Lehrerinnen (Lamisi). Seitdem ist Charity ein paar Wochen lang nicht mehr zu den Extra Classes gekommen. Deswegen sind wir eines Tages mit Lamisi zu ihr nach Hause gegangen um die Sache zu klären. Wir haben mit ihr gesprochen und Lamisi hat sich entschuldigt, es gab einiges Geheule, aber am Ende hat Charity versprochen, das nächste Mal wieder zu den Extra Classes zu kommen.
Dada hat uns Bimoba-Namen gegeben. Ich heiße jetzt in der lokalen Sprache „Yennuyar“, das heißt „God's own“ oder „Gottes eigen“ und Janina heißt Monigan, „The truth has been spoken“ bzw. „Die Wahrheit wurde gesprochen“.^^
Ich habe mal ein bisschen beim Riceballs-Kochen mitgeholfen. Ich habe alle Riceballs selber mit der Hand geformt! Am Anfang ist das ein bisschen heiß, weil man den Reis ja direkt aus dem Topf nimmt, aber nach einer Weile gewöhnt man sich dran. Es hat Spaß gemacht und ich war natürlich mächtig stolz! :P
Eines Abends lief ganz laut Musik von irgendwoher im Dorf, das ging die ganze Zeit so weiter bis zum nächsten Morgen! Am nächsten Tag haben wir dann Linanturin gefragt, was da denn los war und sie meinte, dass es eine Beerdigung war! :D
An einem Nachmittag auf dem Weg zur Schule (diesmal ist keiner der Kinder mit uns gegangen) hat ein Auto neben uns gehalten und ein Policeman, den wir irgendwo irgendwann mal getroffen haben und der uns zugelabert hat, hat uns angesprochen. Er meinte, dass Janina ihn doch anrufen wollte (was nicht stimmte) und dann wollte er uns mit dem Auto mitnehmen zur Schule, um ein wenig zu plaudern (!). Wir haben dankend abgelehnt, aber er hat darauf gedrängt. Er hat noch gefragt, wann wir fertig sind mit den Classes und dass wir dann zu seinem Auto kommen sollen, dass er an einem Laden in der Nähe parken würde. War gar nicht so einfach, ihn loszuwerden. Irgendwann sind wir einfach gegangen, weil wir ja auch weitermussten und wir wollten definitiv nicht in sein Auto steigen. Ich glaube, er war beleidigt, aber das war mir in dem Moment egal...
Am 13. Dezember waren das letzte Mal Extra Classes vor den Weihnachtsferien. Wir haben statt Unterricht Spiele gemacht, den Kindern die Weihnachtsgeschichte vorgelesen (die die Lehrer übersetzt haben) und ein paar Bonbons als Abschiedsgeschenke verteilt.
Wir hatten einmal eine Maus im Zimmer, die sich über Nacht selbst im Spüleimer ertränkt hat! Brr!
Ich bin ab und zu zu den Musikproben der Kirche gegangen (die Truppe nennt sich „Voices of Victory“). Hab versucht, ihnen ein Lied beizubringen, aber das haben sie nicht ganz hingekriegt, war halt auf Englisch und ein ganz anderer Stil, als sie sonst singen.
Am 17. Dezember hatte unsere Freundin Fati aus der Secondary School ihren 20. Geburtstag gefeiert. Wir haben ihr ein Vokabelheft zum Deutsch-Lernen geschenkt und Ohrringe.
Am 18. Dezember sind wir dann losgefahren nach Jirapa, wo wir mit den anderen Freiwilligen Weihnachten und Silvester gefeiert haben. Über die Fahrt und die Zeit in Jirapa schreibe ich auch noch mal extra einen Blogeintrag. Macht euch also auf was gefasst! :)

Eure Lisa
Wanderung am 1. Dezember

Die abgebrannten Felder und ein paar Kinder, die gesammeltes Feuerholz nach Hause bringen

Unser Frühstückstisch am ersten Advent mit provisorischem Adventskalender und -kranz :)

Ich beim Riceballs formen

Der letzte Tag vor den Ferien - ich lese die Weihnachtsgeschichte vor